20 Jahre lang war Beat Rüetschi (FDP) Suhrer Gemeindepräsident. Heuer hat ein anderer das Zepter übernommen – und am Sonntag seine erste Ansprache im neuen Amt gehalten: Gemeindepräsident Marco Genoni (55, Zukunft Suhr, parteilos). Solidarität unter der Bevölkerung sei ihm ein wichtiges Anliegen, betonte er im Foyer der «Bärenmatte». Zwar könne man in Suhr keine Europa- oder Weltpolitik machen, dafür lokal etwas bewirken. «Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können», sagte der gebürtige Tessiner. «Rahmenbedingungen für Nachbarschaftshilfe oder eine gute Schule schaffen, die Lebensqualität steigern und für zwischenmenschliche Kontakte sorgen.»

Verkehr bleibt ein grosses Thema

Genoni gab einen Ausblick auf die Projekte, welche die Gemeinde in den nächsten Jahren beschäftigen werden: zum Beispiel der neue Kindergarten oder die Optimierung der Sport-Infrastrukturen. Auch die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung mit dem Hochhauskonzept werde noch viel zu diskutieren geben, erklärte er. «Wir sind hier eine Art Pioniergemeinde und müssen die BNO sorgfältig ausarbeiten.» Zudem werde der Verkehr, der Suhr seit Jahren beschäftige, auch in der kommenden Zeit ein grosses Thema sein – besonders das Strassenprojekt Bären-Kreuz-Tramstrasse und die Ostumfahrung.

«Ich freue mich sehr, als Ihr Gemeindepräsident wirken zu dürfen», sagte Genoni zum Abschluss. «Ich möchte mithelfen, gute Lösungen für die gesamte Gesellschaft zu entwickeln.» Er sei während seiner Sprechstunden sowie jederzeit per E-Mail erreichbar, versprach er. Und: «Ich freue mich auch über positive Feedbacks.»

Seit Anfang Jahr hat Suhr nicht nur einen neuen Gemeindepräsidenten, sondern auch eine Geschäftsleitung unter dem Vorsitz von Philippe Woodtli. Der neue Geschäftsführer war nicht immer in der Verwaltung tätig, sondern hat auch als Bergführer, Zimmermann und Pfarrer gearbeitet. Er hat die operative Leitung der Gemeinde inne und ist unter anderem für die Personalführung zuständig. «Die Aufgabe der neuen Geschäftsleitung wird es sein, kein Gärtchendenken aufkommen zu lassen», erklärte er. «Vielmehr soll die Verwaltung vor allem für den Dienst am Volk da sein.»