Oberentfelden
Eine letzte Verschnaufpause vor der Steuerfusserhöhung

Der Oberentfelder Schuldenberg wächst mit dem Budget 2015 auf gegen 10 Millionen, der Steuerfuss aber bleibt bei 104 Prozent. Die Steuerfusserhöhung sagt der Gemeinderat erst für 2016 an.

Katja Schlegel
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Der Oberentfelder Schuldenberg wächst.

Der Oberentfelder Schuldenberg wächst.

EMANUEL PER FREUDIGER

«Mit mir kommt die Steuerfusserhöhung», hatte Gemeindeammann Markus Werder in einem Interview mit der az kurz nach seinem Amtsantritt gesagt. Und die Steuerfusserhöhung kommt – noch nicht per 2015, aber ganz sicher per 2016. Denn nach drei defizitären Jahren in Folge schliesst auch das Budget 2015 mit einem Minus von rund 637 000 Franken.

Die Investitionen betragen rund 2,34 Millionen Franken, den grössten Brocken mit 1,56 Millionen bildet der Beitrag an die Kreisschule Entfelden. Der Selbstfinanzierungsgrad ist mit 3,6 Prozent «beunruhigend schlecht», wie Finanzverwalter Ralph Frey sagt, 100 Prozent wären optimal. Durch die fehlenden Eigenmittel steigt die Nettoschuld, die Ende 2013 bereits bei rund 4,9 Millionen lag, noch einmal um rund 2,2 Millionen Franken an. Per Ende 2015 sieht das Bild düster aus, Finanzverwalter Frey rechnet dannzumal mit einem Schuldenberg von gegen 10 Millionen – Ende 2011 verfügte die Gemeinde noch über ein Nettovermögen von rund 280 000 Franken.

Hohe Ausgaben für Pflege und Sozialhilfe

Laut Frey krankt die Gemeinde zum einen an den sehr hohen Ausgaben für Pflegefinanzierung und Sozialhilfe (2013 lag diese bei über 4,1 Millionen bei 7800 Einwohnern, im Vorjahr waren es noch knapp 3,7). Gleichzeitig liegt die Steuerkraft pro Einwohner mit 2186 Franken weit unter dem Kantonsmittel von 2650 Franken.

Unerwartet sei die massive Verschuldung nicht gekommen, sagt Frey: «Schon bei der Steuerfusssenkung per 2013 haben wir gewusst, dass das finanzpolitisch ein Fehler ist.» Man habe die Senkung aber vorgeschlagen, um die Abfallgebühren einzuführen. «Wir mussten dem Stimmbürger ein Zückerchen präsentieren, sonst hätten die Abfallgebühren einen schweren Stand gehabt.» Trotzdem – und obwohl auch der Kanton bereits Druck auf Oberentfelden ausübt – wartet der Gemeinderat mit einer erneuten Steuerfusserhöhung aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals noch bis nächstes Jahr zu.

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