Aarau
Eine Kugelbahn, die viel Grips beanspruchte

Bezirksschüler Elia Meierhofer gewann mit seiner Tüftelarbeit, einer «Chügelibahn», einen nationalen Wettbewerb.

Hubert Keller
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Elia Meierhofer präsentiert mit Stolz seine Kugelbahn.

Elia Meierhofer präsentiert mit Stolz seine Kugelbahn.

Eine Kugelbahn ist nicht einfach eine Kugelbahn. Sie herzustellen, ist sogar eine ganz und gar knifflige Angelegenheit, erst recht wenn der Raum, den sie beanspruchen darf, beschränkt ist, die Kugel möglichst lange unterwegs sein muss und eine erste Kugel im Ziel eine zweite auf die Reise schicken muss. Die Werkklasse von Peter Roschi schaffte das zwar nicht mit links, aber immerhin mit Köpfchen und enormem Durchhaltevermögen. Insgesamt sechs Gruppen stellten sich der Aufgabe.

Rund 50 Stunden hat Bezirksschüler Elia Meierhofer in seine Kugelbahn investiert, zum Grossteil ausserhalb der Schulzeit. «Eine Riesenarbeit», lobt ihn Lehrer Roschi. Der Einsatz hat sich gelohnt. Elia Meierhofer, der bei seiner Arbeit unterstützt wurde von seinem Schulkollegen Philipp Stark, hat am national ausgeschriebenen Wettbewerb von Do-it-Werkstatt den ersten Preis ergattert und 80 weitere Mitbewerber ausgestochen.

Es sah anfänglich nicht nach Sieg aus

Am Austragungsort in Burgdorf sah es anfänglich nicht nach einem Sieg aus. In der Vorausscheidung rollten die Kugeln des Schulheims Rossfeld Bern fast 15 Minuten lang. Eine Zeit, die Elia nicht glaubte schlagen zu können. Sein Rekord lag unter 10 Minuten. Doch im Final versagte die Bahn des Favoritenteams, zu seiner grossen Enttäuschung, die Kugel blieb hängen, Elias Bahn hingegen funktionierte perfekt.

«Von mir erhalten die Schüler keine fertigen Anleitungen», sagt Peter Roschi, «ich biete ihnen ein Experimentierfeld, rege sie an, motiviere sie.» Oft staune er selber, welch überraschende Lösungen den Schülern einfallen würden. Und manchmal brauche es halt 20 Versuche, bis der erste gelinge. Dieser didaktische Ansatz ist ganz im Sinn der Gründer der Do-it-Werkstatt. Seit über 20 Jahren bilden zwei Werklehrer aus dem Bernbiet, Christoph Brandenberger und Thomas Stuber, ein erfolgreiches Kursleiterteam. Vor zehn Jahren gründeten sie die Do-it-Werkstatt, gleichsam als Nachfolgeprodukt zu ihrem Lehrmittel für Technisches und Textiles Gestalten.

Das alljährliche wiederkehrende Tüftelritual fördere das Technikerverständnis und die Problemlösekompetenz, schreiben sie in ihrer Homepage. Für den Erfolg entscheidend sei Teamarbeit, propagieren sie, auch wenn Elia, der die Aufgabe praktisch im Alleingang löste, sie Lügen straft. Diesen stört es trotzdem nicht, dass er den Preis mit der Klasse teilen muss. Diese besucht kostenfrei das Technorama in Winterthur.

Roboter und PET-Rakete

Was er denn werden wolle? Das wisse er noch nicht, meint Elia Meierhofer. Und trotzdem scheint ein technischer Beruf so gut wie sicher. Denn bereits bastelt er an einem
Roboter, mit dem er sich ebenfalls
einem Wettbewerb stellen will.

Peter Roschi plant bereits die Teilnahme am nächstjährigen Do-it-Werkstatt-Wettbewerb, wenn es gilt, eine PET-Flasche mit dem Schub einer Rakete zum Fliegen zu bringen. Der Weltrekord liege bei rund 700 Metern, erklärt Roschi, der sich bereits heute auf die originellen Arbeiten seiner Schüler freut.

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