Aarau
Eine Kugel aus 1000 Weidenruten rollt durch die Stadt

Die riesige Weidenkugel ist das Symbol der ersten Aarauer Umweltwochen, die beim Holzmarkt eröffnet wurden. Die gut 1000 Weidenruten dafür stammen aus dem Rohrer Schachen. Die Kugel «rollt» nun an verschiedene Orte in der Stadt.

Sibylle Haltiner
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Für den letzten Schliff durften auch die Besucher am Holzmarkt Ruten in die Kugel mit einflechten.sih

Für den letzten Schliff durften auch die Besucher am Holzmarkt Ruten in die Kugel mit einflechten.sih

Die Auenlandschaft ist lebendig: Der Fluss sucht sich mäandernd immer neue Wege, überschwemmt und zieht sich wieder zurück. Diese Dynamik widerspiegelt eine Kugel – sie ist beweglich und agil wie fliessendes Wasser. Deshalb ist eine drei Meter hohe Weidenkugel das Symbol für die ersten Aarauer Umweltwochen, die am Samstag beim Holzmarkt eröffnet wurden und die Flussauen zum Thema haben.

«AarAue» heisst das Projekt, das während drei Wochen verschiedene Aktivitäten rund um den Fluss und die von ihm geschaffene Landschaft anbietet. Zum Auftakt sollen für einmal nicht die Aarauer den Fluss besuchen: Die Auen sind zu Gast in der Stadt.

Symbol soll durch Aarau rollen

Zum Jubiläum ab in die Auen

Zum 20-Jahr-Jubiläum des kantonalen Auenschutzparks finden in den kommenden drei Wochen 16 unterschiedliche Entdeckungsreisen in die Auenlandschaft statt: Morgen Abend geht es beispielsweise auf Bibersuche im Rohrer Schachen, am Samstag gibt es einen Einblick in das Pumpwerk Rohr sowie eine Velotour durch den Auenschutzpark. Am Dienstag, 13. Mai, kann man Eisvogel, Mittelspecht und Rirol suchen, am Freitag, 16. Mai, gibt es eine Nachtwanderung im Auenwald, und am Samstag, 24. Mai, findet die grosse Auen-Olympiade statt. Das ausführliche Programm mit sämtlichen Veranstaltungen und dazugehörigen Infos gibt es auf www.aarau.ch oder bei der Umweltfachstelle Aarau (062 836 05 24 oder umweltfachstelle@aarau.ch). Die Aarauer Umweltwochen dauern bis zum 24. Mai. Eine Fortsetzung ist bereits geplant. (az)

Doch die Weidenkugel wird dynamisch bleiben und an verschiedene Orte der Stadt «rollen». Nach Abschluss der Umweltwochen soll das Werk wieder in den Rohrer Schachen zurückgebracht werden und noch einige Zeit bestehen bleiben, bevor es wieder zerfällt und sich der Kreis schliesst.

Stadtpräsidentin Jolanda Urech brachte am Samstag die Umweltwochen ins Rollen. «Aarau wäre nicht Aarau ohne Aare und Auen», erklärte sie. Ein persönliches Auen-Erlebnis hatte sie zusammen mit einer Schulklasse: Für das One-Minute-Festival drehten ihre Schüler einen Film. «Die Landschaft im Schachen war ein inspirierender Ort dafür.»

Peter Jann, Direktor des Naturamas, verglich die Lebensräume von Aue und Stadt miteinander. «Der Eisvogel wohnt gerne mit freier Sicht auf das Wasser wie die Menschen in den Telli-Hochhäusern.» Jann selbst ist beeindruckt davon, dass «mit grossen Baumaschinen eine Flusslandschaft wie in Alaska geschaffen wurde.»

Viele der Besucher der Startveranstaltung kennen die Auen bereits bestens. Eugen und Heidi Wehrli spazieren regelmässig im Aarewäldchen «Früher fuhr noch eine Fähre über den Fluss», erzählten sie. «Damals war es noch kein Auenwald und es hatte viele Fichten.»

Heute bewundern die beiden die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Erst kürzlich hat Jürg Morgenegg zusammen mit seinen Töchtern die Aarelandschaft besucht. Der Fluss hat der siebenjährigen Liva besonders gut gefallen, die dreijährige Linn war fasziniert von den Fischen, die sie durch ein Fenster beim Stauwehr sah.