Bereits zum fünften Mal lockt «Blumen für die Kunst» Besucher aus dem ganzen Land ins Aargauer Kunsthaus. So auch zur Vernissage vom Montagabend: Vor vollem Haus kann Museumsdirektorin Madeleine Schuppli die Ausstellung mit einer Ansprache eröffnen.

Von anfänglicher Skepsis über den Start des Experiments bis hin zum vollen Erfolg erzählt Schuppli aus der Geschichte von «Blumen für die Kunst». Erfolgreich ist die Ausstellung allemal: Im Publikum stehen die Gäste so eng aneinandergedrängt, dass sie sich kaum noch bewegen können.

Thomas Schmutz, Kurator des Kunsthauses und Schupplis Stellvertreter, betont, dass die Blumenwoche auch bei der fünften Durchführung noch ein Experiment und jedes Jahr ein neues Abenteuer sei. «Dieses Jahr wird die Ausstellung im Obergeschoss durch einen grosszügigen Rundgang im Erdgeschoss ergänzt», erklärt er.

Doch dies ist nicht das einzige Highlight der Woche: Neben der Ausstellung selber werden Talks, Workshops und Führungen angeboten, wie Schmutz berichtet, bevor er das Wort an Angela Wettstein von «Flowers to Arts» übergibt.

Auch für Wettstein ist klar: «Damals wie heute – Blumen für die Kunst ist und bleibt ein Experiment.» In ihrer Ansprache legt sie den Fokus auf die Kunstschaffenden dieser Woche, die 14 Floristen, die mit ihren floralen Werken den Dialog zur bildenden Kunst herstellen.

Seit Januar beschäftigen sie sich mit den ausgewählten Werken, besuchten das Kunsthaus immer wieder, um die Bilder zu betrachten und über ihre Ursprünge und Hintergründe zu lernen. Seit Wochen tragen sie sie auf ihren iPads und Smartphones mit sich herum.

So farbenfroh präsentiert sich die Ausstellung "Blumen für die Kunst"

So farbenfroh präsentiert sich die Ausstellung "Blumen für die Kunst"

Für die Ausstellung im Aargauer Kunsthaus werden Schweizer Meisterfloristinnen und -floristen sowie Jungtalente eingeladen, Kunstwerke mit ihren floralen Kreationen zu interpretieren. Wir waren beim Aufbau dabei.

In der Nacht zuvor realisiert

Aber, so Angela Wettstein: «Erst letzte Nacht legten sie Hand an, um ihre floralen Interpretationen zu kreieren. Nur für diese eine Woche, nur für Sie.» Denn Blumen seien – im Gegensatz zu den Kunstwerken aus der Sammlung – vergänglich.

Durch die florale Interpretation erhalten die Gäste während einer Woche eine komplett neue Sichtweise auf die Kunstwerke.

Bevor die Ausstellung mit Apéro – getrocknete Blumen sind in jedem Glas zu finden – auch wirklich beginnt, werden die 14 Floristinnen und Floristen aus der ganzen Schweiz vorgestellt. Und es wird klar: So unterschiedlich diese 14 Menschen sind, so unterschiedlich sehen auch ihre Kunstwerke aus.