Aarau
Eine ganze Stadt fliegt durch die Aarauer Altstadtgassen

Wer heute in Aarau unterwegs ist, dem könnte eine ganze Stadt über den Weg fliegen – der indische Künstler Dipyaman Kar lässt das weisse Stadtmodell aus Papier an drei riesigen Heliumballons durch die Altstadt fliegen.

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«Helium City» in Aarau

Nadja Rohner

Wer am Dienstag in Aarau unterwegs war, dem könnte eine kleine Stadt über den Kopf geflogen sein. Der indische Künstler Dipyaman Kar, der seit Anfang Jahr im Gästeatelier Krone tätig ist, hat die «Helium City» gebaut: Dutzende kleine und grosse Häuser aus Papier, weiss bemalt.

Sie stehen dicht beieinander auf einer leichten Kunststoffplatte. Drei riesige heliumgefüllte Ballons tragen das rund 5,5 Kilogramm schwere Werk durch die Lüfte.

Die Stadt fliegt

Die Konzeption und die Umsetzung von «Helium City» haben etwa zweieinhalb Monate gedauert, erzählt Kar in einwandfreiem Englisch. Er thematisiert mit seiner fliegenden Helium-Stadt primär den Städtebau und die Verdichtung.

Seine Vision: Eine schwebende Stadt, die dicht gebaut ist, aber doch leicht wirkt. Für sein Werk habe er sich von Le Corbusier inspirieren lassen, welcher unter anderem die indische Stadt Chandigarh geplant hatte, so Kar.

Noch bis Ende Juni wird Dipyaman Kar in Aarau bleiben. Er sei hier vor allem zu Beginn seines Aufenthalts oft durch die Gassen der Altstadt spaziert, habe die Struktur des Kopfsteinpflasters und die kunstvoll bemalten Giebel der Häuser betrachtet.

Er möge die Stadt sehr, besonders den Fluss, sagt er. Aber noch lieber habe er Zürich - wegen der bewegten Geschichte, die dort überall spürbar sei.

Zu seiner eigenen Geschichte hat der Inder ein für Schweizer ungewohntes Verhältnis: So kann er die Frage nach seinem Alter nicht sofort beantworten, sondern muss erst nachrechnen - und kommt auf «35 oder 36 Jahre». Seinen Geburtstag habe er seit über zehn Jahren nicht mehr gefeiert. (nro)

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