Erlinsbach
Ein wundersamer Dialog mit leuchtenden Farben

In der Galerie am Bach in Erlinsbach zeigen vom 28. November bis 12. Dezember 2010 acht Kunstschaffenden ihre neusten, vielfältigen Arbeiten. Da wird der Betrachter schon auch mal zum Narren gehalten.

Madeleine Schüpfer
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Mario Bernhard Cavoli, Inge Droz, Maya Hunziker, Carla Kaltenbach, Harriet Keller-Wossidlo, Max Meier, Hülya Tural und Kob Wintsch sind die acht Künstler, die ihn der Galerie am Bach ausstellen.

Es ist dies eine umfassende, vielseitige Ausstellung, die ganz im Zeichen der Farben steht, wobei aber auch Dreidimensionales zu sehen ist. Max Meier, Oberentfelden, zeigt Landschaften in Öl, Aquarelle, die sich alle durch eine lebhafte Farbgebung auszeichnen. Seine abstrakten Kompositionen leben aus den weichen Linien und Flächen heraus, variieren mit feinen Abstufungen.

Harriet Keller-Wossidlo malt mit Acryl auf Leinwand und liebt das diffuse, versponnene Lichtspiel, leichtes, luftiges Geflimmer voller Ausstrahlung zum Thema «Wiese im Spätsommer» oder zum Wasserbild mit den Lichtreflexen voller Bewegung.

Betrachter werden hier genarrt

Besonders reizvoll sind die fotografischen Arbeiten, Stimmungsbilder von Hülya Tural, Veltheim. In ganz bestimmten Augenblicken fängt sie eine Stimmung ein, die aus dem Lichtspiel heraus von starker Ausdruckskraft ist, mit zarten und leisen Tönen spielt, aber auch mit dunkel verhangenen.

Ihre Stimmungsbilder erzählen in fast mystischen Andeutungen von der Kraft der Natur, vom Augenblick, der sich lichtmässig ständig verändert. Maya Hunziker, Winikon, ist eine Malerin, die eigene Wege geht, bald spielt sie mit rot glühenden Farbflächen, setzt einzelne Zeichen in den Raum oder markiert ein Schachbrettmuster in leuchtenden Farbtönen.

Mario Bernhard Cavoli, Solothurn, hat eine ganz andere Ausdrucksform gefunden, er zeichnet in feinen Linien, präsentiert dichte Konzentrate, wählt abstrakte Kompositionen, in denen auch einzelne figurative Elemente zu erkennen sind.

Inge Droz, Oberentfelden, überrascht mit farbintensiven Bildern, leuchtend, eindrücklich wie das Bild «Industrie» mit einem besonderen Lichtspiel im Raum oder auch das Bild «im Ried», in dem man die Natur hautnah erleben kann. Anders und neu wirken die Arbeiten wie «Der Schatz im Berg» oder «Die Entdeckung», da schafft sie mit geometrischen Aufteilungen, mit Strukturen und anderen Farbgebungen.

Papierobjekte, Balletstunden und eine Bronzeskulptur

Kob Wintsch, Aarau, zeigt Begegnungsbilder voller Dynamik. Menschen in einer Kneipe, ein Café in Rom oder dann auch die erzählerischen Bilder vom Canal Grande. Er liebt starke Farben, klare Formen und Aufteilungen.

Steigen wir in die dreidimensionalen Arbeiten ein, entdecken wir die einmaligen Schöpfungen von Carla Kaltenbach, Schallstadt. Figuren klein und witzig konzipiert, aber auch eine Figur in fast menschlicher Grösse, eine sinnlich geformte Frau im roten Badeanzug. Sie spielt mit überraschenden Details. Grossartig sind die Arbeiten von Rudolf Mucha aus Schlesien, er ist ein Künstler , der sich mit dem Glas auseinandersetzt. Aus einer dunklen Holzstele schält sich ein Glaskörper heraus, so, als hätte sich im Holz ein Lichtstrahl verfangen. Seine Figuren erzählen von raffinierten Glasarbeitsprozessen, haben oft ein bronzenes Köpfchen oder zwei Bronzefüsse.

Schön sind die beiden Stiere aus Stein und Glas, Stiere liebt der Künstler, weil sie Kraft zelebrieren. Er versteht es meisterlich, mit seinen Glasobjekten besondere Transparenz hinzubringen, so, als möchte er signalisieren: Glas ist nie nur Glas, es hat ein Eigenleben und verändert sich im wechselnden Licht.

Claudine Grisel zeigt ihre surrealistische Bronzeskulptur «Die Vögel des Geistes», Hans Münger eine Ballettstunde mit kleinen Figuren. Einmalig sind die Papierobjekte von Orfea Mittelholzer. Sie narrt die Betrachter, weil man glaubt, einer Keramikvase oder einem Tonobjekt gegenüberzustehen, dabei ist alles aus Papier. Bunte Stelen zeigen ihre
gestalterische Begabung. Christa Mahrer präsentiert grossartigen Schmuck, Objekte von einmaliger formaler Gestaltung, die man sehr geniesst und liebt.

An der Finissage vom 12. Dezember findet um 11 Uhr eine Lesung mit Harriet Keller-Wossidlo, Aarau, und Wilhelm Kufferath von Kendenich, Trimbach, statt.