Mitten auf dem Dorfplatz Eppenberg lodert ein Feuer. Meterhoch schiessen die Flammen in den Himmel. Ein kleiner Bub steht daneben, die Augen weit offen, die Mütze bis über die Haarwurzeln gezogen. Staunen spiegelt sich in seinem Gesicht - und Funken von Freude, dass es nun endlich weihnachtet.

Sternförmig um den Dorfplatz reihen sich rund 30 Marktstände - warm eingepackt schlendern die Marktbesucher am Samstagabend durch Eppenbergs Strassen. Der Kochtopf mit dem Glühwein dampft, über dem Grill brutzelt das Fleisch und in der Raclette-Stube schmilzt der Käse. Ob Bauernwürste, Bauernbrot oder Caramel-Truffes, ob «Hofchäs», selbstgemachte Wolltiere oder von Schülerinnen genähte Kissen: «Unser Weihnachsmärit ist weit herum bekannt», sagt OK-Mitglied Sabine Häusermann.

Vor über zehn Jahren riefen ihn vier Frauen aus Eppenberg ins Leben. «Wir wollten den Bauern aus dem Dorf eine Plattform bieten, wo sie ihre Waren präsentieren können», sagt Häusermann. Zudem stellen Kunsthandwerker von nah und fern ihre selbstgemachten Produkte aus. «Die Zusammengehörigkeit im Dorf konnten wir durch den Markt stärken», sagt Häusermann. Er soll im Kontrast zu den kommerziellen Weihnachtsmärkten stehen. «Bei uns gibts den Kaffee aus dem Chacheli, die Tombola bietet richtig schöne Geschenke», sagt Häusermann. Eben stürmen vier Kinder heran, die in Häusermanns Löslisack ihr Glück versuchen wollen.

Währenddessen ist es dunkel geworden, die zwei Bethlehem-Sterne über dem Dorfplatz leuchten hell. Zumindest ein Teil der Weihnachtsgeschichte wird in Eppenberg wahr: Der Erlös des Marktes kommt jeweils einer ausgewählten Bauernfamilie zugute, die in Not geraten ist - in dieser Jahr einer Familie aus dem Passwang-Gebiet. Es ist fast wie damals, als Könige und Hirten der armen Familie von Maria und Joseph Geschenke an die Krippe brachten.