Turnfest
«Ein Traum – so viele Glücksgefühle»: unterwegs mit Aargauer Turnern am Vereinswettkampf

Jetzt turnen die Sektionen: Bei der Gymnastik waren am zweiten Turnfest-Donnerstag Teamplay und Überraschungen gefragt.

Marina Bertoldi
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Aargauer Vereine im Vereinswettkampf am 2. Turnfest-Donnerstag in Aarau
45 Bilder
Schwindelerregende Höhe statt weite See: eine Matrosin vom TV Hendschiken.
Acht Frauen des TV Rothrist in Formation.
Eine der wenigen Männer-Gruppen: die Publikumslieblinge aus Hägglingen.
Die Gymnasten und Gymnastinnen vom TV Beinwil (Freiamt) passten Mimik und Gestik der Musik an.
Viel Training und Freude sind das Rezept der Turnerinnen aus Moosleerau.
Es folgen weitere Bilder der Aargauer Turnerinnen und Turner. Moosleerau Frauen
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Aargauer Vereine im Vereinswettkampf am 2. Turnfest-Donnerstag in Aarau

Fabio Baranzini

Neonfarbene Kostüme, kraftvolle Hebefiguren und fliegende Matrosinnen: Am Vereinswettkampf am Donnerstag brachten die Gymnastinnen und Gymnasten die Zuschauer mit Körperspannung, Taktgefühl und einer gehörigen Portion Show zum Jubeln. Alleingänge waren dabei nicht erlaubt.

«Es muss wirklich jede Einzelne dabei sein», sagte Barbara Bühlmann vom Turnverein Moosleerau. Zusammen mit Monika Boludas hat die 46-Jährige die Übung der Moosleerber Frauen choreografiert. Sie tanzten zu ABBA in passend goldenen Kostümen. «Die haben zwei Frauen der Riege genäht. Im Turnverein sind wir eine richtige Familie», sagte sie.

Rückschau auf den Donnerstag am Turnfest

So individuell wie noch nie

Sechsköpfig waren die kleinsten Gruppen, die auftraten. Auf dem Grossfeld turnten über 20 Personen gleichzeitig. Sie bewegten sich taktgenau zur Musik, schwangen synchron die Arme in die Höhe und formierten sich stampfend, gehend und hüpfend zu einer Geraden oder einem Kreis. Von eintöniger Körperschule war kaum eine Spur. Vielmehr brachten die Gruppen auf der Bühne und dem Rasen ihren eigenen Stil zum Ausdruck, verbanden rhythmische Elemente mit elegantem Tanz oder atemberaubender Akrobatik. «Der Sport hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Er ist so individuell wie noch nie», sagte Wettkampfleiter Christian Heiss.

Bewertet wurden nebst dem Musik-Gespür auch Überraschungsmomente und Originalität. Ausserdem sollten die Turnerinnen das Feld möglichst ausnutzen. «Ich stelle mir immer einen Würfel vor, in dem wir uns bewegen. Nach hinten, vorne, zur Seite, nach oben und nach unten», erklärte der Trainer der amtierenden Schweizer Meister vom TV Marbach, Reto Ebneter.

Der STV Hägglingen zeigt eine spektakuläre Show

Dominik Betschart vom TV Mühlau war nach dem ersten Auftritt regelrecht überwältigt. «Es ist einfach ein Traum. So viele Glücksgefühle», sagte der 34-Jährige. Seit Januar haben er und seine Schwester Priska Betschart eine 21-köpfige Truppe für den Auftritt am Eidgenössischen Turnfest trainiert. «Wir kennen und fast alle seit klein und verstehen uns auf und neben dem Feld super», sagte die 30-Jährige.

Als eine der wenigen reinen Männergruppen traten die Aktiven vom TV Hägglingen mit einer etwas anderen Art der Gymnastik auf. Sie stemmten einander gegenseitig in die Höhe, zeigten Sprünge und Salti und liessen Liegestütze ästhetisch aussehen. «Das war das Beste, was ich bisher gesehen habe», so eine Frau. Manuel Schmid, einer der Choreografen, sagte: «Wer behauptet, Gymnastik sei ein Frauensport, hat uns noch nicht gesehen.»

Eine geballte Ladung Körpereinsatz: die Pendelstafette im Video