Erlinsbach

Ein Spaziergang an der Aare: Viele Bussen – aber nicht wegen Corona

Aareschwimmer in Erlinsbach. (Symbolbild)

Aareschwimmer in Erlinsbach. (Symbolbild)

Der Ansturm an der Aare in der Region Aarau war trotz sommerlicher Temperaturen etwas kleiner als sonst. Dafür nahmen es einige mit den Abstandsregeln nicht so genau.

Das schöne Wetter lockte gestern erwartungsgemäss viele Menschen nach draussen. So auch im beliebtesten Naherholungsgebiet der Region Aarau, den drei Aare­läufen zwischen dem Stauwehr in Schönenwerd und dem Eniwa-Kraftwerk in Aarau. Obwohl sehr gut besucht, fiel der Ansturm etwas kleiner aus, als bei diesem Wetter üblicherweise zu erwarten wäre.

Mit den Abstandsregeln nicht so genau genommen haben es einzig Teenager, die sich zum Schwimmen auf die schmale Wiese beim Wehr gepfercht haben. Und die eine oder andere Gruppe war auch mal zu sechst unterwegs (erlaubt wären fünf Personen). Die grosse Mehrheit hielt sich beim Joggen, Spazieren, Velofahren oder Grillieren aber auch nach den Lockerungen problemlos an die Regeln.

Grosses Gewimmel beim Stauwehr

«Wir sind zum ersten Mal wieder hier und spielen zusammen Gitarre», erzählte eine Gruppe Männer, die es sich bei einem Feldschlösschen an einer Grillstelle gemütlich gemacht hat. Auf dem langen Spazierweg neben der Grillstelle hatte es auffällig viel Platz – üblicherweise ist der Weg an einem so schönen Feiertag insbesondere für Velofahrer ein einziger langer Slalomkurs. Von dem etwas kleineren Auflauf zeugte auch der Parkplatz bei der Aarauer Badi, der üblicherweise bis auf den letzten Platz belegt ist. Gestern Nachmittag fanden alle problemlos einen freien Platz.

Eng wurde es allerdings beim Wehr an der Grenze zwischen Erlinsbach SO und Schönenwerd. Es ist das Zentrum des Naherholungsgebiets, dort kommen Ausflügler aus vier Richtungen (Aarau, Wöschnau, Schönenwerd und Erlinsbach) zusammen. Ins Wasser haben sich trotz des warmen Wetters nur die Kühnsten getraut, viele begnügten sich vorerst noch lieber damit, im Bikini an der Sonne zu liegen.

Aare ist schon fast 17 Grad Celsius warm

Das kalte Gletscherwasser vom Grimsel ist für viele noch etwas zu frisch. Eine Messstation des Bundesamts für Umwelt mass gestern bei Brugg 16,6 Grad Celsius.

Vereinzelt für Verärgerung gesorgt haben diejenigen, die es sich auf einer beliebten Insel im Grien auf deren pittoresken Sandbänken eingerichtet haben. Allerdings weniger wegen der Abstandsregeln, sondern weil die Insel ein Naturschutzgebiet ist – Velo fahren und wild grillieren sind hier nicht mehr erlaubt. So kam es dazu, dass viele den Heimweg mit einer Busse angetreten haben, nachdem eine Polizeipatrouille die Insel besucht hat.

Glückliche Imbissbetreiberin

Glücklich ist dafür Dima Mousa, die beim Stauwehr einen Imbiss betreibt. Denn sie hatte in letzter Zeit gleich doppelt Pech: Im vergangenen August brannte ihr Imbissstand aus noch ungeklärten Gründen ab. Und als sie schliesslich nach viel Arbeit und Unterstützung von allen Seiten wieder mit einem neuen Stand bereit gewesen wäre, brach das Coronavirus über die Schweiz herein – die Umsatzeinbussen waren gross. «Die Leute müssen jetzt ja erst wieder Vertrauen aufbauen. Sie hören sich um, ob es eine gute Idee ist, hierherzukommen. Das braucht etwas Zeit», sagt Dima Mousa an ihrem Stand und wendet sich gleich an einen Gast: «Bitte nicht dort anstehen, das ist der Ausgang für die Kunden.»

Seit kurzem läuft es aber wieder an ihrem Stand. Sie hat sogar die Unterstützung einer Mitarbeiterin, um die vielen Take-away-Gäste so schnell bedienen zu können, dass es vor dem Stand nicht zu langen Warteschlangen kommt. Im Akkord verkaufen sie gemeinsam Glacen, Bier, Pommes und anderes. «Herrlich ist das!», strahlt Dima Mousa.

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