Aarau

Ein Schweizer Unikat jubiliert – und zeigt spektakuläre Maschinen

Hauptaktionär Pierre Rothpletz (Mitte, Vertreter der 3. Generation) mit Verwaltungsratspräsident Richard Meyer (l.) und Werner Kradolfer, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, vor dem KUK, wo bis Samstag Maschinen stehen.

Hauptaktionär Pierre Rothpletz (Mitte, Vertreter der 3. Generation) mit Verwaltungsratspräsident Richard Meyer (l.) und Werner Kradolfer, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, vor dem KUK, wo bis Samstag Maschinen stehen.

Das Ingenieur- und Bauunternehmen Rothpletz, Lienhard+Cie AG ist 100 Jahre alt. Am Donnerstag fand im Kulturä- und Kongresshaus in Aarau ein erstes Jubiläumfest statt.

180 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte im Ingenieurbereich (Aarau, Bern Olten, Zürich) und die andere im Bauunternehmen (Wöschnau). Ein Umsatz im zweitstelligen Millionenbereich. Das Unternehmen sehr solide finanziert. Mit einem Hauptaktionär, Pierre Rothpletz (82), der mehr Wert auf qualitatives denn auf quantitatives Wachstum legt. Der einen Teil seiner Mitarbeiter am Aktienkapital seiner Rothpletz, Lienhard+Cie AG beteiligt.

Das 1918 in Bern gegründete und 1930 nach Aarau verschobene Unternehmen feiert sein 100-jähriges Bestehen. Äusserliches Anzeichen dafür sind die spektakulären Maschinen, unter anderem ein Bohrjumbo, die noch bis morgen Samstagmittag vor dem Kulturä- und Kongresshaus (KuK) stehen. Das Unternehmen macht aber auch Dampf. Wenn der Fahrplan eingehalten werden kann, trifft heute um 16.51 ein Dampfzug mit aktiven und pensionierten Mitarbeitern im Bahnhof Aarau ein.

«Vieles gut und nicht alles falsch»

Gestern Abend fand im KuK ein erstes Jubiläumsfest statt. In Anwesenheit von Regierungsrat Markus Dieth und Aaraus Vizeammann Werner Schib. Verwaltungsratspräsident Richard Meyer erinnerte an die Tausenden von Objekten, die «RL» in den vergangenen 100 Jahren projektiert und ausgeführt hat.

«100 Jahre – ein Beweis dafür, dass vieles gut und nicht alles falsch gelaufen ist», betonte Meyer. Er sprach von «einem gesunden, starken Unternehmen».

Stark im Tunnel- und Wasserbau

Historisch gesehen waren viele Firmen des Schweizer Baugewerbes sowohl im Ingenieurbereich als auch in der Bauausführung tätig. Die meisten haben sich in den letzten Jahrzehnten aufgespalten. Nicht so Rothpletz, Lienhard+Cie AG. «Heute sind wir die Einzigen in der Schweiz, die diese Tradition beibehalten haben», erklärt Werner Kradolfer, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Und Präsident Meyer betonte gestern Abend: «Wir sind stolz darauf, als eine Firma aufzutreten.»

«RL» ist seit 1918 bei allen alpenquerenden Tunnels in der Schweiz mit dabei. Aktuell ist die Firma involviert in die Planung des Strassentunnels «Gottardo Due». Sie ist aber auch stark im Bauen im und ums Wasser (Kraftwerke, Brücken). Das Bauunternehmen macht alles ausser dem klassischen Hochbau.

«RL» ist auch im Ausland tätig. In den 1930er-Jahren in Ägypten, etwa beim Bau der gigantischen Kuppeln einer Moschee. Heute vor allem in Italien: «RL» hat die Bauleitung des Durchgangsbahnhofs in Florenz und ist am Brenner-Basistunnel beteiligt.

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