Als neue Verbindung zwischen Aarau und dem Stadtteil Rohr dient die Bogenbrücke aus Holz schon seit einer Weile: Sie wird seit Ende Oktober 2011 von Wanderern, Velofahrern oder Reitern benutzt.

Bei der offiziellen Einweihung freute sich Stadträtin Regina Jäggi nicht nur darüber, dass der «Schmetterling» Aspekten wie Hochwassser, Stabilität, Lebensdauer (80 Jahre), Unterhalt, Kosten, Nutzen und Einpassung in die Umgebung auf optimale Weise gerecht werde. Die Kosten betrugen 350'000 Franken. Finanziert wurde das Projekt von der Stadt. Finanziell unterstützt wurde es aber auch über die Verdecard von Coop, einer Kreditkarte, die sich mit 0,5 Prozent ihres Kartenumsatzes an Projekten des WWF beteiligt.

Sie freute sich vor allem, weil «die Suhre nicht mehr eine Grenze ist, sondern - überspannt von einer verbindenden Brücke - mitten durch die Stadt fliesst.» Der frühere, baufällige und kleine Suhresteg sei den stetig wachsenden Anforderungen der Benutzerinnen und Benutzer längst nicht mehr gerecht geworden. Bei grossen Hochwassern sei der Steg regelmässig in den Fluten versunken. Nach dem Hochwasser von 2007 wurde er schliesslich zu einer baulichen Ruine: das Queren der Suhre sei nicht mehr sicher gewesen.

Positive Zusammenarbeit aller Beteiligten

Markus Zumsteg von der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer, freute sich über die positive Zusammenarbeit aller Beteiligten. Stadt und Kanton, WWF, Fischer, Planer, Ingenieure oder Brückenbauer - sie alle seien Kompromisse eingegangen. «Ohne gegenseitiges Entgegenkommen», meinte Zumsteg, «sind solche Vorzeigeprojekte nicht möglich».

Und dem WWF, der die Federführung für das Projekt hatte, gefällt es, dass mit der Renaturierung der Suhremündung neue Laich- und Jungfischplätze geschaffen wurden. Für Projektleiter Ruedi Bösiger war es ein Hauptziel, «den Nasen-Laichplatz von nationaler Bedeutung in der Aare mit der Suhre zu vernetzen. Die Nasen als gefährdete Fischart können nun ungehindert in die Suhre aufsteigen.»

Schliesslich trug eine Rupperswiler Primarklasse Schwarzpappeln über den neuen Steg und pflanzte sie auch gleich bei der Suhremündung ein. Es war nicht ihr einziger Beitrag an den Steg. Vor zwei Jahren hatte die ganze Schule Rupperswil rund 30 000 Franken bei einem Sponsorenlauf für dieses Projekt gesammelt.