Die Situation auf dem Rain für Velofahrer ist prekär: Enge Strassenverhältnisse und eine hohe Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs. So beschreibt es Pro Velo Region Aarau (PVRA). Vor allem die Schüler, die im Bezirksschulhaus Zelgli zur Schule gehen, waren davon betroffen.

Auf Wunsch der Stadt Aarau hat die Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt Massnahmen ausgearbeitet – in den Sommerferien 2014 sollen sie realisiert werden, sofern es keine Einsprachen gibt.

Zu wenig Platz für zwei Velostreifen

Vorgesehen ist ein Velostreifen auf der Strassenseite, die bergaufwärts führt. «Bergaufwärts fahren ist für Velofahrer schwieriger. Da ist die Gefahr, dass sie ins Wanken geraten, grösser.

Dazu kommt die Geschwindigkeitsdifferenz zu den anderen Fahrzeugen», sagt Kai Schnetzler, Geomatikingenieur und Projektleiter Verkehrssicherheit des Kantons. Darum mache dort ein Radstreifen mehr Sinn als auf der anderen Seite.

Es gab durchaus auch Pläne, die auf beiden Seiten Radstreifen vorgesehen haben. Weil aber nicht viel Platz vorhanden ist, hat man sich dagegen entschieden. Auch, weil man das Projekt ohne Landkauf durchführen will.

Schade, findet Pro Velo Region Aarau. «Eine unserer Kernforderungen war, dass auf beiden Seiten Radstreifen markiert werden», sagt Rolf Gutjahr. Verbreitert werden muss die Strasse trotzdem, der südliche Strassenrand wird verschoben, was auch eine Verschiebung der Mittellinie bedeutet (siehe Bild).

«Velosack» verbessert Situation

Doch der Velostreifen bergaufwärts ist nur eine Massnahme. Eine weitere ist der sogenannte «Velosack». Fährt ein Velofahrer auf dem Rain Richtung Aargauerplatz und will dann links abbiegen, dann muss er momentan noch mit den Autos einspuren.

Die neue Verkehrsführung sieht vor, dass sich die Velofahrer vor den Autos einreihen können. Wenn die Ampel auf Grün schaltet, dürfen zuerst die Velofahrer die Strasse überqueren und geraten so nicht in Konflikt mit den Autos.

Mit dieser Lösung ist auch Pro Velo Region Aarau zufrieden. Trotzdem wird Kritik laut: «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Situation verbessert sich aber nur punktuell», lässt PVRA verlauten.

Die Sicherheit der Stadt auswärts fahrenden Velos werde erhöht, aber die Situation auf der Gegenseite ohne Streifen bleibe unbefriedigend. Bei PVRA ist man sich aber bewusst, dass man bei derart engen Strassenverhältnissen Kompromisse eingehen muss.

Rund drei Wochen Bauphase

Die Bauarbeiten starten in den Sommerferien 2014. Sie werden rund drei Wochen andauern. Der Verkehrsfluss soll gewährleistet sein. Während der zweitägigen Belagsarbeiten wird der Verkehr einspurig geführt. Die Fussgänger werden umgeleitet. Rund 250 000 Franken kostet das Projekt. Finanziert wird es zu 60 Prozent von der Stadt Aarau und zu 40 Prozent vom Kanton.