Aarau

Ein Quartier wartet auf den Knall: «Ich organisiere eine Abbruchparty»

Das Rockwell-Gebäude wird in der Nacht auf Freitag gesprengt

Das Rockwell-Gebäude wird in der Nacht auf Freitag gesprengt

In der Nacht auf Freitag wird in Aarau das 50 Meter hohe Rockwell-Gebäude, ehemals Sprecherhof, gesprengt. Die Anwohner haben keine Angst. Im Gegenteil. Viele freuen sich und organisieren sogar Partys.

«Fällt der Turm nicht auf die Häuser darunter?», fragt der kleine Bub seine Mutter, als er von der Sprengung erfährt. Gute Frage.

Im Quartier stellt man sich die aber trotzdem nicht. Man vertraut dem Sprengmeister. Darum macht sich nicht Angst, sondern Vorfreude im Quartier breit.

Vom Küchenfenster aus zusehen

Zum Beispiel bei Anja Finsterwald und ihrem Mann, die sich schon lange freuen. Sie werden ganz gemütlich vom Küchenfenster aus zusehen.

Die zwei kleinen Kinder werden derweilen hoffentlich schon schlafen. Auch Ricardo Allessandrelli wird zuschauen. «Vorausgesetzt, ich bin dann noch wach.» Angst hat er keine, immerhin stehen zwei Häuser zwischen ihm und dem Sprecherhof. «Die trifft es zuerst», sagt er und lacht.

Sprengparty mit Würsten

Und dann gibt es noch solche, die die nicht alltägliche Sprengung kurzum zum Fest umfunktionieren. Zum Beispiel in Form einer Abbruchparty.

«Ich werfe den Grill an», sagt der Veranstalter. Er hat viele Leute eingeladen zum Spektakel vor der Haustür.

Nun hat er erfahren, dass das Hochhaus von Donnerstag auf Freitagnacht gesprengt wird. Eingeladen hat er am Freitagabend – dann allerdings ist der Sprecherhof schon ein Trümmerhaufen.

So soll das Rockwell-Gebäude gesprengt werden

So soll das Rockwell-Gebäude gesprengt werden

Für Freunde, die trotzdem kommen, gilt: «Es ist zwar eine Abbruchparty, aber in meiner Wohnung wird nichts kaputt gemacht.»

Anderen ist die Sprengung egal. Zum Beispiel dem Mann, der mit seinem Hündchen im Garten an der Wiesenstrasse steht.

«Der Abbruch interessiert mich nicht.» Er werde sich die Sprengung dann vielleicht am nächsten Tag im Fernsehen anschauen.

Und es gibt Bewohner, die dann, wenn etwas läuft, in den Ferien sind.

Ärgern tut sich darüber ein Daheimgebliebener. Anwalt Roger Baumberger sagt: «Ich habe mich zum Schauen eingeladen.»

Nun sei der Freund mit dem guten Blick auf den Sprecherhof in den Skiferien. «Schade, aber halb so wild», sagt er.

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