Oxer
Ein Planungstheater, das ernüchtert zur Kenntnis genommen wird

Es ist nicht mehr nur eine Minderheit, die von der Planung des mittelgrossen Theaterhauses in der alten Reithalle am Apfelhausenweg mässig begeistert ist. Im Einwohnerrat Aarau hat sich Ernüchterung breit gemacht.

Thomas Röthlin
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Alte Reithalle Aarau soll zum Theater umgebaut werden

Alte Reithalle Aarau soll zum Theater umgebaut werden

Aargauer Zeitung

Das Parlament hätte einen stadträtlichen Zwischenbericht «zustimmend», so der Wortlaut, zur Kenntnis nehmen sollen. Im Bericht steht, dass der ursprünglich erhoffte Zeitplan vier Jahre zu optimistisch und die Baukosten des «Oxers» trotz inzwischen redimensioniertem Raumprogramm auf 19 Mio. Franken geklettert sind.

Er wurde schliesslich einstimmig zur Kenntnis genommen, nachdem die Sachkommission für die Streichung von «zustimmend» gesorgt hatte.

Schon im Herbst, als der Zwischenbericht publik wurde, hatte Einwohnerrats-Vizepräsident Marc Dübendorfer (SVP) eine Anfrage zum «sehr aussergewöhnlichen» Vorgehen der Exekutive eingereicht und den Antrag auf «zustimmende Kenntnisnahme» als «dogmatisches Instrument» bezeichnet. Vizeammann Carlo Mettauer verteidigte in der Novembersitzung sein Vorgehen: Aufgrund der höheren Kosten wolle man sicherstellen, dass im Sinn des Einwohnerrats weitergeplant werde.

Die Fraktionen gingen mit den Planungsverantwortlichen hart ins Gericht. Für Ueli Hertig (Pro Aarau, EVP/EW, Grünliberale) ist die Kosten(ver)schätzung «schwer verständlich». Die Planerteams würden «sicher kreativ genug für eine günstigere Variante» sein, gab der Architekt seinen Hoffnungen Ausdruck. Kulturmanagerin Lelia Hunziker (Grüne/Jetzt!) trauerte dem Spirit im Helvetik-Jubiläumsjahr 1998 nach, als die Sportanlage erstmals kulturell zwischengenutzt worden war.

Sorgen um die Betriebskosten

Die Kostenentwicklung von 12 auf 20 Millionen sei «inakzeptabel», teilte Hans Peter Hilfiker namens der FDP mit. Die Freisinnigen bezweifelten die Schutzwürdigkeit der Reithalle, stattdessen sei ein Neubau zu überprüfen. Für die SVP, die schon den Projektierungskredit abgelehnt hatte, gehört der «Oxer» in eine Grossstadt. Dessen überregionale Ausstrahlung sei unwahrscheinlich, die Auslastung zu optimistisch berechnet, sorgte sich Marcel Husistein um die Betriebskosten.

Nur Christoph Schmid von der SP mahnte die Ratskolleginnen und -kollegen, eine Stadt ohne Theater sei keine Stadt. Doch auch er gab zu bedenken, dass das KiFF – auf Standortsuche – nicht unter dem «Oxer» leiden dürfe.

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