Gränichen/Rupperswil
Ein Pfarrer mit schwarzem Humor

Nach rund 14 Jahren wechselt der Pfarrer Timothy Cooke seine Gemeinde. Er will sich weiter für einen modernen christlichen Weg einsetzen.

Deborah Onnis
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Timothy Cooke in der Gränicher Kirche, die er als «Bijou» bezeichnet. DON

Timothy Cooke in der Gränicher Kirche, die er als «Bijou» bezeichnet. DON

Deborah Onnis

Vor drei Jahren zog der Sohn aus, diesen Sommer die Tochter – da bekam auch der reformierte Pfarrer Timothy Cooke Lust auf ein neues Projekt: Rupperswil. Dort wird er, nach dreizehneinhalb Jahren als Pfarrer in Gränichen, ab Anfang Dezember das Pfarramt antreten. «Ich dachte mir ‹Jetzt oder nie›», sagt der 57-Jährige, der im Jahr 2003 aus Vancouver nach Gränichen zog.

Wie kam er nun auf die Stelle in Rupperswil? Der Pfarrer mit kanadischen Wurzeln erfuhr über seine Vorgängerin von der freien Stelle. Auch den aktuellen Rupperswiler Teilzeit-Pfarrer kannte Cooke bereits. Das Dorf kennt er hingegen nur oberflächlich, fuhr bisher eigentlich nur dran vorbei.

In den nächsten Wochen, gleich nachdem er mit seiner Frau die Wohnung gezügelt hat, wird er sich mehr mit den Vorbereitungen für seinen neuen Arbeitsort beschäftigen können, wie er sagt. Er freut sich darauf: «Ich möchte, dass die gute Arbeit meiner Vorgängerin weitergeführt wird.» Motiviert ist er vor allem, Menschen zu zeigen, wie der christliche Weg auch in der heutigen Zeit gegangen werden kann. Inwiefern werden da soziale Medien eine Rolle spielen? Ein privates Facebook-Profil hat der Smartphone-Besitzer schon. «Vor allem aber, um mit meiner Familie in Kanada zu kommunizieren», sagt er in perfektem Schweizerdeutsch. Ein Facebook-Profil für sein kirchliches Schaffen zu gründen, das sei aber eine Überlegung wert. «Soziale Medien können ein gutes Werkzeug sein, zum Beispiel, um sich schnell zu vernetzen», sagt er. Und wie würde er sich selber beschreiben? «Ich bin ruhig, aber kontaktfreudig. Und ich habe einen kanadischen-britischen Humor», sagt er und lacht. Daran müssten sich einige Leute zuerst gewöhnen. «Diesen Humor braucht man aber manchmal im Leben.»

Noch etwas Ungewöhnliches für einen Pfarrer: Cooke singt nicht gerne. «Ich bin musikalisch nicht begabt.» Dafür hört er so gern klassische Musik, dass er dies als Hobby aufzählt. Neben dem Kochen. Vor allem Lachsgerichte. «Das schmeckt nach Heimat.»

Trauma wird lange beschäftigen

Erwartungen an die neue Kirchgemeinde hat der Pfarrer keine: «Ich bin offen für das, was kommt.» Mit Herausforderungen rechnet er. «Vor allem der Vierfachmord wird die Bevölkerung sicher noch lange beschäftigen.» In dieser Hinsicht sei aber sein Pfarrerkollege in Rupperswil, der die Trauergottesdienste leitete, «am Ball». Cooke wird ihn dabei gerne unterstützen.