Biberstein
Ein neues Schulhaus kostet immer noch stolze 10,5 Millionen Franken

Obwohl die Gesamtkosten überarbeitet wurden, kostet ein mögliches Schulhaus immer noch über 10 Millionen Franken. Aus Kostengründen soll nun auf den Bau eines Mehrzweckraums verzichtet werden. Das freut nicht alle.

Hubert Keller
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Das idyllisch gelegene Schulhaus in der Nähe der Bio-Badi wird erweitert. Einzelne Gebäudeteile werden deshalb abgebrochen.

Das idyllisch gelegene Schulhaus in der Nähe der Bio-Badi wird erweitert. Einzelne Gebäudeteile werden deshalb abgebrochen.

Hubert Keller

Ob die Vereine damit glücklich werden? Der Gemeinderat beantragt der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 22. Februar, auf den Bau eines Mehrzweckraums zu verzichten. Aus finanziellen Gründen. Für die Schulhauserweiterung, den Hochwasserschutz und die Sanierung der Turnhalle erwartet er einen Kredit von 10,3 Mio. Franken.

Mit der Schulraumplanung beschäftigt man sich in Biberstein seit 2008 intensiv. Im Jahre 2010 gewann die Oeschger Architekten AG, Hausen, den Wettbewerb. Ihr Projekt sah vor, die Schulhauserweiterung von 1986 abzubrechen und den Schulhaustrakt aus den 1960er-Jahren, dessen Qualitäten wieder betont werden sollten, zu erweitern.

In der Folge wurde das Projekt immer wieder überarbeitet, abgespeckt und optimiert. Und immer spielten dabei die enormen Kosten von geschätzten 10 Mio. Franken – darin nicht enthalten der notwendige Hochwasserschutz – eine Rolle.

Im Mai 2011 beschloss der Gemeinderat, einen Marschhalt einzulegen. Zu viele Fragen waren offen oder nur unzulänglich beantwortet. Das Projekt wurde grundsätzlich überdacht und überarbeitet.

Zusatzrunde hat sich gelohnt

Im Juni 2012 holte der Gemeinderat von der Gemeindeversammlung die Projektierungskredite ein. Zu diesem Zeitpunkt schätzte man die Gesamtkosten auf 10,3 Mio. Franken. Damit sollten, so die Erwartung, Schule und Kindergarten sowie ein Mehrzweckraum für die Vereine gebaut und die Turnhalle saniert werden können. Schulpflege, Begleitkommission und Gemeinderat fühlten sich bestätigt, die Zusatzrunde hatte sich gelohnt.

Die Baukredite noch an der Winter-Gemeindeversammlung einzuholen, hätte die Planer zeitlich überfordert. Man entschloss sich, im Februar 2013 eine ausserordentliche Gemeindeversammlung einzuberufen. Die Begleitkommission wurde zur Baukommission. Geleitet wird sie von Gemeinderat Rolf Meyer.

Und wieder erwiesen sich die Kosten als Pièce de Résistance: Sie übersteigen die Schätzungen, die für die im Sommer 2012 beschlossenen Projektierungskredite gemacht wurden, beträchtlich.

Statt 7,8 kostet das Schulhaus 8,7 Mio. Franken. Darin inbegriffen sind mit 426'000 Franken die Massnahmen für den Hochwasserschutz. Die Sanierung der Turnhalle kommt 500'000 Franken teurer und kostet 1,85 Mio. Franken. Die Mehrzweckhalle wird auf 1,75 Mio. veranschlagt; das ist ebenfalls eine halbe Million höher, als noch den Projektierungskrediten zugrunde gelegt wurde.

Diese letztere halbe Million lässt sich einfach erklären: Der Standort des Mehrzweckraums nördlich der Turnhalle bedingt, dass der Entsorgungsplatz und das bestehende Pumpenhaus verschoben beziehungsweise neu gebaut werden müssten.

Nutzung für Vereine möglich

Und so stellt denn der Gemeinderat in der Botschaft an die Gemeindeversammlung fest: «Unerfreulicherweise sind die Kosten seit dem Beschluss der Projektierungskredite nochmals angestiegen.» Beim Mehrzweckraum waren die reinen Baukosten ziemlich genau geschätzt worden. Trotzdem ist für den Gemeinderat der Mehrzweckraum jener Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Gemeinderat beantragt deshalb dem Stimmbürger, auf den Mehrzweckraum zu verzichten.

Nach dem Umbau des Schulhauses werde eine grosszügige Aula mit Foyer zur Verfügung stehen, tröstet der Gemeinderat die Vereine, die auf einen Versammlungs- und Probenraum gehofft haben. Im Schulhaus bestehe nach wie vor die Möglichkeit für Doppelnutzungen, schreibt der Gemeinderat weiter. Und der Cheminéeraum sowie die Turnhalle stünden auch zur Verfügung.

Für das Schulhaus und die Sanierung der Turnhalle inklusive Hochwasserschutzmassnahmen beantragt der Gemeinderat einen Gesamtkredit von 10,575 Mio. Franken.

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