Region Aarau
Ein neuer Businessplan für die Förster der Region

Premiere beim Forstbetrieb der Region: Erstmals hat der Forstbetrieb von Aarau, Biberstein und Unterentfelden einen gemeinsamen Betriebsplan erstellt. Dieser enthält nebst einer Beschreibung des Zustands der Wälder die Ziele für die nächsten 15 Jahre.

Manuel Bühlmann
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Ihre Unterschriften setzen den neuen Betriebsplan in Kraft (von links): Christoph Fischer, Stadtoberförster, Marcel Guignard, Stadtammann, Alain Morier, Leiter Abteilung Wald des Kanton Aargaus, René Bircher,Gemeinderat Biberstein, und Laurenz Bader, Betriebsplanverfasser.

Ihre Unterschriften setzen den neuen Betriebsplan in Kraft (von links): Christoph Fischer, Stadtoberförster, Marcel Guignard, Stadtammann, Alain Morier, Leiter Abteilung Wald des Kanton Aargaus, René Bircher,Gemeinderat Biberstein, und Laurenz Bader, Betriebsplanverfasser.

Christoph Voellmy

Was dem Unternehmer der Businessplan, ist dem Förster der Betriebsplan. Ein solches Arbeitsinstrument steht auch Stadtoberförster Christoph Fischer und seinem Team zur Verfügung. Rund alle 15 Jahre müssen die öffentlichen Waldbesitzer einen neuen Betriebsplan vorlegen. So schreibt es das Gesetz vor. Die neuste Version wartet mit einer Premiere auf: Zum ersten Mal haben die Gemeinden Aarau, Biberstein und Unterentfelden einen gemeinsamen Betriebsplan für alle ihre Wälder ausgearbeitet.

Forstbetrieb: Waldfläche so gross wie 1000 Fussballfelder

Der Forstbetrieb Region Aarau bewirtschaftet rund 665 der insgesamt 710 Hektaren Waldfläche. Die Wälder, welche im Besitz der Verbandsgemeinden sind, liegen auf dem Gebiet von neun verschiedenen Gemeinden in den beiden Kantonen Aargau und Solothurn. Mit einem Anteil von 60 Prozent dominieren Laubholzbaumarten wie Esche, Ahorn oder Buche. Letzterer Baum kommt am häufigsten vor.

Die restlichen 40 Prozent sind Nadelholzbaumarten. Dazu zählen unter anderem Fichten, Tannen und Lärchen. Der Vorrat an Holz beträgt rund 208000 Kubikmeter. Gemäss Stadtoberförster handelt es sich um hoch produktive Waldböden, die jährlich um etwa 4 Prozent des Gesamtvorrats wachsen. Demgegenüber stehen 3,8 Prozent des Holzvorrats, die jedes Jahr geschlagen werden. Die Hälfte davon wird unter anderem für die Herstellung von Furnier, Möbel und Bretter verwendet. 15 Prozent sind Industrieholz, aus welchem Papier und Spanplatten entstehen. Der Rest dient als Energieholz für Holzschnitzelheizungen oder Cheminée- und Holzöfen. (mbü)

Grenzenlose Bewirtschaftung

Dies sei die logische Konsequenz des Zusammenschlusses zum Forstbetrieb Region Aarau im Jahr 2008, sagt Christoph Fischer. «Seither werden die Wälder ohne Rücksicht auf die Gemeindegrenzen bewirtschaftet.» Die Fusion der einzelnen Betriebe war damals an den Gemeindeversammlungen und im Einwohnerrat Aarau unbestritten.

Inventar des Waldes

Eineinhalb Jahre Arbeit waren nötig, um den Betriebsplan fertigzustellen, den die Kantons- und Gemeindevertreter gestern im Wildpark Roggenhausen unterzeichnet haben. Der Aufwand ist beträchtlich – mit ein Grund künftig nur noch einen Bericht zu erstellen. Denn im Bericht enthalten ist neben einem Rückblick auf die vergangenen und den Zielen für die kommenden 15 Jahre auch eine Beschreibung der aktuellen Situation. «Ein Inventar des Waldes», nennt es Christoph Fischer. Dabei werde geschaut, wo welche Bäume stehen, welche Schäden die Stürme hinterlassen haben oder wie viele Sitzbänke es gibt.

Mithilfe von Luftbildern, Bodenkarten und Erhebungen vor Ort schätzen die Forstwarte die Holzvorräte. Anhand dieser Zahlen wird festgelegt, wie viel Holz pro Jahr gefällt werden darf. Die nächsten 15 Jahre soll gemäss Betriebsplan mehr Holz nachwachsen, als geschlagen werden kann. «Die Stürme Lothar und Vivian haben die Vorräte geschmälert», begründet Christoph Fischer.

Erholungsraum erhalten

Auch wenn die Holzproduktion noch immer die Kernkompetenz darstellt, sind im Betriebsplan auch der Naturschutz und die Erholungsfunktion zentrale Themen. In letzterem Bereich haben sich die drei Gemeinden für die Erhaltung des Status quo ausgesprochen. Vorderhand sind deshalb keine weiteren Sitzbänke, Feuerstellen oder Hütten geplant.