Es ist ein ungewöhnlicher Handel, zu dem sich zwei Geschäftsinhaber an der Kronengasse in Aarau entschlossen haben – aber glücklich sind nun beide: Jürg Giger, Besitzer eines Schmuck- und Geschenkeladens, zog diese Woche in die Schokoladenhandlung Bachmann ein. Jetzt riecht es hier plötzlich nicht mehr nach Schoggi, sondern nach Leder.

Der Grund: Besitzer Bachmann schliesst sein Geschäft während des Sommers jeweils sowieso, weil es für seine Schokolade in dieser Saison im unklimatisierten Raum schnell einmal zu heiss wird. Und Jürg Giger seinerseits leidet seit vergangenem September unter dem Umbau über seinem Lokal: Sein Laden findet seither nur noch, wer ihn kennt, da ein Baugerüst vor dem Haus steht. 70 Prozent weniger Umsatz mache er seither, sagt er, und aus den ursprünglich geplanten drei Monaten Umbau würden nun wohl dreizehn. «Das geht an die Existenz», sagt Giger. Auch wenn er seit März nun keine Miete mehr bezahlen muss – die Kunden bleiben trotzdem aus.

Seit Montag laufe das Geschäft nun wieder besser, sagt er. «Das merkt man sofort.» Zwar stehen jetzt manchmal Kunden, die eigentlich Schokolade kaufen wollten, perplex in seinem Laden. Aber viele kennen Giger schon: Er hat Bachmanns Laden im Frühling während sechs Wochen geführt, als dieser sich das Bein gebrochen hatte und nicht selbst im Geschäft stehen konnte.