Die Stabsstelle Familien- und Schulergänzende Tagesstrukturen (Fusta) wird auf den 1. Januar 2013 definitiv um 60 auf 120 Stellenprozent erhöht. Das hat der Einwohnerrat gestern Abend mit 35 Ja gegenüber 13 Nein beschlossen. Die Stabsstelle erfüllt Aufsichtsfunktionen über die Aarauer Kindertagesstätten.

Der zuständige Stadtrat Lukas Pfisterer, der sich schon während der Diskussion freute, dass die Stelle im Rat immerhin unbestritten sei, musste zunächst noch das Abstimmungsergebnis zum Abänderungsantrag abwarten. Einen Abänderungsantrag hatten Petra Ohnsorg und Lelia Hunziker im Namen der Fraktion Grüne/Jetzt! eingereicht: Sie plädierten für eine zweijährige Befristung, bevor die 60 Stellenprozent definitiv erhöht werden sollten. Grund: Man wolle erst die Ergebnisse der Evaluation von Fusta abwarten. Eine solche Evaluation hätte bereits 2009 erfolgen sollen, zwei Jahre nachdem Fusta in Aarau im August 2007 eingeführt worden war. So zumindest hatte es der Stadtrat versprochen.

Fusta muss evaluiert werden

Nun hatten verschiedene Einwohnerräte eine entsprechende Motion eingereicht und den Stadtrat beauftragt, diese Evaluation nachzuholen. Laut Ohnsorg habe man vor allem Bedenken wegen der vielfältigen Aufgaben bei dieser Stelle. Hinzu komme, dass der Aufgabenbereich für die Stelleninhaberinnen nicht kleiner werde, sondern mit der Ausweitung der Tagesstrukturen auf den Stadtteil Rohr, eher noch zunehmen dürfte.

Befristung führt zu Frustration

Für einmal waren keine klaren Rechts-Links-Allianzen auszumachen. SVP-Fraktionssprecher Libero Taddei sprach sich für den Abänderungsantrag aus, weil eine befristete Stelle leichter umverteilt werden kann, falls man im Rahmen von Stabilo 2 hier Sparpotenzial finden würde. CVP, FDP sowie die Fraktion Pro Aarau, EVP/EW und GLP empfahlen hingegen dem Antrag des Stadtrates zu folgen. Einmal weil der Bedarf für Fusta gegeben sei und die Nachfrage weiterhin steige. Dann aber auch, weil eine befristete Stellenerhöhung eher zu Frustration bei den Stelleninhaberinnen führen und die Fluktuation erhöhen könnte. Der Abänderungsantrag unterlag dem Antrag des Stadtrates allerdings mit 19 gegenüber 28 Stimmen.