Das kam so: Ein Kaninchen mit braunem Fell hoppelte eben von der oberirdischen Velostation am Bahnhof Aarau Richtung Perron 1, als zwei Journalisten seinen Weg kreuzten. Sie scheuchten es von den Gleisen weg in die Velostation und versuchten, es zu fangen. Das Kaninchen war jedoch zu flink und entwischte. Deshalb riefen die beiden um 8.30 Uhr die Polizei. Diese – 200 Meter vom Bahnhof entfernt – versprach, eine Patrouille vorbeizuschicken.

Ein dritter Redaktor wollte sein Velo holen und traf auf die Kollegen und das Kaninchen. Ein weiterer Fangversuch scheiterte. Weil die Polizei nicht kam und die drei zur Arbeit mussten, riefen sie Personal von der unterirdischen Velostation herbei. Zwei Leute kamen und versprachen das Kaninchen zu bewachen, bis die Polizei komme. Die drei Redaktoren fuhren zur Arbeit um 8.50 Uhr.

Als um 9.05 Uhr die vierte Journalistin zur Velostation kam, traf auch sie das Kaninchen an – alleine. Nach zwei Versuchen gelang es ihr zusammen mit einem anderen Velofahrer, das Kaninchen einzufangen. Es zappelte wie wild, stiess einen hellen Schrei aus, lag aber schliesslich ruhig mit angelegten Ohren in den Armen der Journalistin.

Ein glückliches Ende

Diese brachte das Tier auf den Posten der Stadtpolizei vis-à-vis der Bahnhofstrasse. Sie klingelte, weil sie keine Hand freihatte, um die Türe zu öffnen. Der Polizist bedeutete ihr durch die Glasscheibe, hineinzukommen. Die Frau versuchte, ihm das Kaninchen zu zeigen, doch der Polizist zögerte zuerst, da er wohl nicht eindeutig sah, was die Fremde mit dem (Velo-)Helm auf dem Kopf da in ihren Händen hielt. Schliesslich öffnete der Polizist und erkannte den Fall sofort: Die Patrouille habe das Kaninchen in der Velostation nicht gefunden und sei wieder zurückgekehrt, sagte er und bedankte sich. Das Personal der Velostation hatte nur kurz auf die Polizisten gewartet und arbeitete danach weiter, in der Annahme die Polizei würde sich bei ihnen schon nach dem Kaninchen erkundigen kommen.

Die Polizei brachte das Tier in einer Katzenkiste in die Tierklinik Aarau West in Oberentfelden, wo es über Nacht gepflegt wurde. Seit heute Freitagmorgen ist das reisefreudige Kaninchen wieder zurück bei seiner Familie. (kus)