Musik
Ein Höhentraining für junge Musiktalente

Die Aargauer Jugend-Brass-Band probt auf dem Herzberg für zwei Jubiläumskonzerte. Davon profitieren Musikvereine im ganzen Kanton.

Markus Christen
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Aargauer Zeitung

Um 7.30 Uhr ist Tagwache. Geprobt wird von 9 bis 12 Uhr, von 14 bis 18 Uhr und am späteren Abend von 20 bis 22 Uhr. Seit vergangenem Samstag bereitet sich der ausgelesene Aargauer Nachwuchs im Haus für Bildung und Begegnung auf dem Herzberg auf zwei Konzerte in Lengnau und Dürrenäsch vor.

Bereits zum 10. Mal ist heuer eine Jugend-Brass-Band formiert worden. Mit dem Ziel, den Nachwuchs aus den kantonalen Musikvereinen intensiv und individuell zu fördern. Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich alle interessierten Blasmusiker und Perkussionisten, solange sie nicht mehr als 26 Lenze zählen. Für die endgültige Bandformation qualifiziert sich allerdings nur, wer sein Können während einer Aufnahmeprüfung unter Beweis stellt. Dementsprechend hoch ist das Niveau der Musiker.

«Seit einigen Jahren finden wir genügend Talente, um eine A- und eine B-Band aufstellen zu können», sagt Corinne Keller, Präsidentin der Aargauer Jugend-Brass-Band. Damit die Musikanten aus der Probewoche so viel Profit als möglich schlagen können, werden ausgewiesene Experten für das Projekt, das vom Swisslos-Fonds des Kantons Aargau finanziell unterstützt wird, herangezogen. «Dirigent der A-Band ist jeweils eine national bekannte Grösse, als Leiter der B-Band wollen wir jemanden aus dem Aargau fördern.»

Der Dirigent ist zufrieden

Roman Caprez, der in diesem Jahr die A-Band dirigiert, hat vor sechs Jahren an der Musikhochschule Zürich sein Konzertreifediplom für Orchester erlangt. Er ist mit der bisherigen Probearbeit zufrieden. «Ich habe einen äusserst positiven Eindruck gewonnen in den letzten Tagen. Die Teilnehmer arbeiten diszipliniert. Wir haben auch musikalisch sehr schnell zueinandergefunden.»
Neben den Gesamtproben wird auch Registerweise gelernt. «Alle Registerlehrer sind ausgebildete Musiklehrer», erklärt Keller. Bei Jan Müller beispielsweise feilen die Eufonien und Baritone der B-Band am Mittwochmorgen an einzelnen Passagen so lange herum, bis jeder Akzent an seinem richtigen Platz ist und seinen präzisen Charakter erhalten hat.

Sowohl Jan Müller als auch Präsidentin Corinne Keller waren im Initialjahr der Aargauer Jugend-Brass- Band selbst noch als Teilnehmer aktiv. «Wir wollen Kontinuität herstellen. Insgesamt vier Vorstandsmitglieder sind seit dem Gründungsjahr mit dabei. So ist es uns möglich, auch etwas an das Projekt zurückzugeben.»

Die Vereine können profitieren

Diese Kontinuität zahlt sich aus. Vor 10 Jahren bestand die Jugend-Brass-Band noch aus 30 Musikanten, es war noch keine Selbstverständlichkeit, genügend freiwillige Mitarbeiter für den Vorstand zu gewinnen. 10 Jahre später zählen die A- und die B-Band gemeinsam bereits 60 hochtalentierte Musiker.

Von diesem grossen Engagement wiederum können die Musikvereine im Kanton profitieren. Die Teilnehmer der Jugend-Brass-Band lernen sich kennen, können sich gegenseitig austauschen und durch die professionelle Ausbildung ihr Format als Führungsstärken reifen lassen. Dies bestätigt Lukas Binkert (15), Musiker der B-Band. «Die Musikanten haben sich untereinander schnell sehr gut verstanden und ich lerne viel dazu während der Proben.»

Konzerte: 15. Oktober in Lengnau; 16. Oktober in Dürrenäsch

www.ajbb.net