Entfelden
Ein Helikopter sorgt trotz Regen für grossen Badespass

In der Badi in Entfelden steht schon bald eine schweizweit neuartige Wasserrutschbahn. Die Wendeltreppe für die neue Rutschbahn wurde mit dem Helikopter angeliefert.

Manuel Bühlmann
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Die Besatzung macht den Super-Puma bereit für den Flug.

Die Besatzung macht den Super-Puma bereit für den Flug.

Gummistiefel und Regenschirme statt Badehosen und Sonnenschirme waren gestern in der Entfelder Badi angesagt. Zahlreiche Schaulustige liessen sich vom nasskalten Wetter nicht abschrecken. Sie wollten den Helikopter sehen, der die Wendeltreppe für die neue Wasserrutschbahn absetzte. Nach dem der Flug letzte Woche wegen eines defekten Motors verschoben werden musste, konnte der Super-Puma nun doch noch abheben.

Schon von weitem kündigt das Brummen der Rotoren die Ankunft des Helis an. Wenig später taucht die imposante Maschine am Himmel auf und kreist über der Badi. Sehr laut und windig ist es nun plötzlich. Einige zücken ihre Kameras und fotografieren den eindrucksvollen Einsatz.

Um die Wette rutschen

Mit grossen Augen verfolgen die vielen anwesenden Kinder, was sich am Himmel abspielt. Bei den meisten dürfte sich die Aufregung über den Heli mit der Vorfreude auf die Wasserrutsche mischen. Zwischen Start und Ziel liegen knapp 70 Meter Länge und über sechs Höhenmeter, bei einem Gefälle von fast elf Prozent. Doch es sind nicht die Masse, welche die «Racer Slide» zu einer schweizweiten Neuheit machen. Speziell daran ist die Messung der Rutschdauer. «Drei Personen können gleichzeitig rutschen, wobei ihre Zeit automatisch gemessen wird», sagt Bernhard Bürki, Präsident der Genossenschaft Frei- und Hallenbad Entfelden. Alle drei Bahnen sind genau gleich lang, sodass um die Wette gerutscht werden kann.

«Über 40 Jahre hatten wir hier keine Rutschbahn», sagt Bürki. Nun hätten sie etwas Besonderes gewollt, was es in den anderen Freibäder nicht gibt. «Da wir mit anderen Badis aus der Region einen Verbund bilden, wollen wir diese mit unserem Angebot nicht konkurrenzieren.»

Herausforderung für den Pilot

Rund dreieinhalb Tonnen wiegt die Treppe, die an einem Seil befestigt unter dem Helikopter durch die Luft schwebt. Unten warten die Arbeiter, welche die Fracht in Empfang nehmen und im Boden verankern. Besonders gefordert ist der Pilot, der seinen Heli möglichst ruhig halten muss. Nach wenigen Minuten ist die spektakuläre Aktion bereits vorbei.

Die Treppe ist montiert, steht aber etwas verloren in der Gegend rum. Denn noch fehlen die Bahnen der Rutsche. «Wie bei einem Puzzle werden sie Segment für Segment zusammengesetzt», erklärt Architekt Mauro Hallauer. «Bis zur Saisoneröffnung der Badi am 12. Mai kann die Rutschbahn in Betrieb genommen werden.»

Bis auf die Heli-Panne von letzter Woche verliefen Planungs- und Bauphase problemlos. Seitdem die Gemeinden Ober- und Unterentfelden, die das Projekt finanzieren, im März letzten Jahres das Budget genehmigt hatten, sei alles zügig und unkompliziert abgelaufen, findet Bernhard Bürki. Ob er sich selber auf die Wasserrutschbahn wagen wird, wisse er aber noch nicht, sagt er.