Für die Wintergmeind vom 3. Dezember sind in Unterentfelden nebst dem Budget 2019 mehrere Kreditbegehren mit einem Gesamtvolumen von 371 000 Franken traktandiert. Nicht das teuerste, langfristig für die Entwicklung der Gemeinde vielleicht aber das bedeutendste Projekt ist das Geschäft «Raumplanung, Innenentwicklung Hauptstrasse». Mit einer Innenentwicklungsstrategie soll aufgezeigt werden, «wie der Siedlungsraum entlang der Hauptstrasse zukunftsgerichtet gestaltet werden kann». Dafür will der Gemeinderat 75 000 Franken aufwenden. Dieser Wert basiert auf einer bei der Metron Raumentwicklung AG, Brugg, eingeholten Offerte.

Wie der Gemeinderat in den Unterlagen für die Gmeind in Erinnerung ruft, war Unterentfelden ursprünglich ein klassisches Strassendorf. Bis heute gibt es kein eigentliches Dorfzentrum. Der Gemeinderat möchte nun «den Raum entlang der Hauptstrasse aufwerten und dazu durch ein versiertes Raumplanungsbüro mögliche Lösungen ausarbeiten lassen». Mit der Innenentwicklungsstrategie soll aufgezeigt werden, wie sich die ausgewählten Gebiete künftig entwickeln sollen und auf welche Weise sie sich nachverdichten lassen. Der ganze Prozess bis hin zur planerischen Umsetzung soll mit einer Teilrevision der Nutzungsplanung und der Erarbeitung eines Masterplans Innenentwicklung oder eines Masterplans Hauptstrasse einhergehen.

Tempo 30 im ganzen Dorf

Ein zum jetzigen Zeitpunkt schon konkreteres Traktandum ist die Einführung von Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen mit Ausnahme der Suhrenmattstrasse. Im Gebiet «Schule» wurde Tempo 30 schon 2012 eingeführt. Seither sind beim Gemeinderat wiederholt Begehren für eine Ausweitung der Zone auf andere Quartiere eingegangen. Aus der Sommergemeindeversammlung 2017 heraus wurde dann ein Überweisungsantrag gestellt, wonach der Gemeinderat der Gemeindeversammlung eine Vorlage für die Einführung von Tempo 30 in allen Quartieren zu unterbreiten habe. Der Überweisungsauftrag wurde von der Versammlung aber abgelehnt.

Darauf bildete sich ein überparteiliches Komitee, welches das Bedürfnis nach einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 zu ermitteln versuchte. «Die Resonanz auf unsere Arbeit», sagt FDP-Ortsparteipräsident Patrick Herzog namens des Komitees, «war mit rund 120 Rückmeldungen aus der Bevölkerung sehr positiv.» Das Komitee hatte auch Kontakt mit einem Verkehrsingenieur und präsentierte seine Vorstellungen in der Folge dem Gemeinderat.

Dieser beantragt der Wintergmeind nun einen Kredit von 44 000 Franken für die Einführung von Tempo 30 auf den Gemeindestrassen (exklusiv Suhrenmattstrasse). Damit sollen diverse schrittweise zu realisierende Massnahmen finanziert werden. Das Grobkonzept umfasst Massnahmen von der Verkehrszählung mit Tempoanzeige über das Aufstellen neuer und das Entfernen alter Signale und Markierungen bis hin zur Nachkontrolle mit Geschwindigkeitsanzeige. Geplant sind nur Eingangstore (Tafeln und Markierungen). Bauliche Massnahmen sind heutzutage nur noch dort nötig, wo Tempo 30 nicht eingehalten wird.

Neues Kommunalfahrzeug

Der Gemeinderat beantragt den Stimmberechtigten im Weiteren einen Kredit von 188 000 Franken für die Anschaffung eines neuen Kommunalfahrzeugs für den technischen Betrieb. Beabsichtigt ist die Anschaffung eines Fabrikats der Firma Aebi & Co AG, Burgdorf. Das aktuelle Gefährt ist 14-jährig. Die jetzt anstehenden Reparaturen, schreibt der Gemeinderat, seien zu teuer. Eine Ersatzbeschaffung sei angezeigt. 64 000 Franken soll die Gmeind schliesslich bewilligen als Beitrag an einen Kunstrasenplatz auf dem Fussballplatz Schützenrain in Oberentfelden. Dies unter der Voraussetzung, dass die Oberentfelder Stimmberechtigten einem Kredit in der Höhe von 128 000 Franken zustimmen.

Das Budget 2019 der Einwohnergemeinde Unterentfelden basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 110 Prozent. Es rechnet mit einem Aufwandüberschuss von rund 190 000 Franken (AZ vom 26. 10.).