Aarau
Ein Deutscher erfand das Aarauer Jagdrennen

Der 65. Grosse Preis im Mittelpunkt: Das Jagdrennen ist am morgigen letzten Rennsonntag im Schachen der Höhepunkt. Ein Rittmeister hat es nach dem Krieg erfunden.

Hermann Rauber
Merken
Drucken
Teilen
Erfunden worden ist das Jagdrennen vom deutschen Rittmeister Werner Hasse.

Erfunden worden ist das Jagdrennen vom deutschen Rittmeister Werner Hasse.

Emanuel Freudiger

Im Mittelpunkt des zweiten Aarauer Pferderenntags im Schachen steht unangefochten der 65. Grosse Preis der Schweiz. Nicht allein der Preissumme der Firma Jura Cement von 50 000 Franken wegen, sondern auch aus Gründen der Tradition. «Erfunden» worden ist das Jagdrennen über 4200 Meter Distanz vom deutschen Rittmeister Werner Hasse, der nach dem Krieg in die Schweiz kam und erster vollamtlicher Sekretär des Aargauischen Rennvereins (ARV) wurde.

Werner Hasse, den alle «Willi» nannten, blieb bis 1961 an der Aare, ehe er 1961 als Geschäftsführer des Hamburger Renn-Klubs an die Elbe berufen wurde und dort 1970 verstarb.

Geblieben ist über all die Jahre der «Hasse-Kurs» kreuz und quer durch die prächtige Auenlandschaft im Schachen, auf dem der Grosse Preis der Schweiz jedes Jahr zur Austragung gelangt. Der «inoffiziellen» nationalen Meisterschaft fiebern jeweils nicht nur Besitzer, Trainer und Reiter, sondern viele Turffreunde aus dem ganzen Land entgegen.

Die Affiche darf sich sehen lassen, morgen Sonntag wird sich ein stattliches Feld auf die lange Reise machen. Karin Gloor, Geschäftsführerin und Rennchefin des ARV, rechnet mit rund einem Dutzend Cracks, die sich dem Starter stellen werden – auch für Wetterinnen und Wetter eine Herausforderung.

Ein alter Sponsor ist zurück

Dass auch die öffentliche Hand dem Pferdesport in Aarau wohlgesinnt ist, zeigen der 6. Herbst-Grand-Prix des Kantons Aargau und der Grosse Preis der Stadt Aarau, zwei Trabrennen im Tableau des ARV. Dazu gehört auch der Preis der Stadt Olten und der Gruppe «Olten Unternehmer», der personell eng verbunden ist mit dem abtretenden Stadtpräsidenten Ernst Zingg. Während das Radio Argovia zu den treuen Sponsoren zählt, meldet sich jetzt auch die UBS Aarau wieder zurück.

Zu Zeiten von Rolf Buri zeichnete die damalige SBG für Hauptevents verantwortlich, nun wagt man den sanften Wiedereinstieg, wobei die Tatsache, dass Banker Martin Ammeter Mitglied im Turf Club Aarau ist, nicht unwesentlich zu dieser Rückkehr zu alten Wurzeln beigetragen haben mag. Neu unter den Sponsoren erscheint am nächsten Sonntag die Firma PMI.AG Aarau, die heuer ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert.

Frühschoppenkonzert aus Asp

Rennchefin Karin Gloor ist mit den Meldungen für die einzelnen Rennen angesichts der stetig wachsenden Konkurrenz im Pferdesportzentrum Avenches fast durchwegs zufrieden. «Viele Besitzer halten dem ARV und damit auch der einmaligen Bahn im Schachen die Treue», hält sie mit Blick auf die Felder, die morgen zu erwarten sind, fest. Für die harmonische Einstimmung in den Renntag, der um 13.30 Uhr beginnt, sorgt in der gedeckten Festwirtschaft hinter der Tribüne die Musikgesellschaft Asp mit einem Frühschoppenkonzert ab 11 Uhr, das vom Aarauer Gasthof zum Schützen ermöglicht wird.