Aarau
Ein Bürohaus als Sorgenkind: Jetzt gibt's Hilfe beim teuersten Leerstand der Stadt Aarau

Die Stadt hat neu prominente Hilfe bei der schwierigen Suche nach Mietern für das ehemalige Gebäude der GastroSocial. Die Liegenschaft an der Heinerich-Wirri-Strasse ist seit Juni weitestgehend ungenutzt

Urs Helbling
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Das renommierte Immobilienunternehmen Engel&Völkers soll dazu beitragen, dass die Liegenschaft Heinerich-Wirri-Strasse bald nicht mehr leer steht.

Das renommierte Immobilienunternehmen Engel&Völkers soll dazu beitragen, dass die Liegenschaft Heinerich-Wirri-Strasse bald nicht mehr leer steht.

Urs Helbling

Der teuerste Leerstand der Stadt Aarau. Seit dem Juni ist das ehemalige Gebäude der GastroSocial (Wirte-Pensionskasse) weitestgehend ungenutzt. Der Zwischennutzer, der Eidgenössische Turnverband, ist in die renovierte Zurlindenvilla an der Bahnhofstrasse zurückgekehrt.

Geblieben sind einige wenige Coworking-Arbeitsplätze. Und die Aussichten, innert nützlicher Zeit Mieter zu finden, werden immer schlechter. Denn ab Januar wird der deutlich zentraler gelegene Hauptsitz der IBAarau zur Vermietung ausgeschrieben.

Er befindet sich beim Turbinenkreisel in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Und der bauliche Zustand des IBA-Gebäudes, das sich indirekt ebenfalls zu 95 Prozent im Besitz der Stadt befindet, ist deutlich besser als derjenige der Liegenschaft an der Heinerich-Wirri-Strasse. Letztere stammt aus dem Jahr 1964, einer Zeit, in der man noch richtig Freude hatte, dass Aluminium grau ist und sich nicht an der schlechten Isolation störte.

1,2 Millionen für Sanierung

Im kommenden Jahr will der Stadtrat gemäss dem Budgetentwurf 2018 insgesamt 1,21 Millionen Franken in die Sanierung des leerstehenden Gebäudes investieren. Das Flachdach und die Fenster müssen renoviert respektive ersetzt werden. Und die Heizung ist erneuerungsbedürftig. Der Stadtrat plant einen Anschluss an das Fernwärmenetz. Das heisst: Die Stadt erhöht ihren Einsatz. Das Gebäude hat sie – mit dem Segen des Volkes – für 7,9 Millionen Franken erworben. Dazu kommen nun die 1,2 Millionen Franken für die Sanierung.

Engel & Völkers engagiert

Gemäss einem Vorstoss, den die FDP-Einwohnerrätinnen Martina Suter und Danièle Zatti Kuhn im März eingereicht hatten, erhofft sich die Stadt jährliche Mieteinnahmen von 500'000 Franken. Hat die Stadt neue Mieter in Aussicht?

«Es gibt verschiedene Interessenten, welche sich für kleinere oder grössere Flächen interessieren», erklärte gestern Daniel Müller, Leiter Liegenschaften und Betriebe, auf Anfrage der AZ. Um bei der Suche nach Kunden erfolgreicher zu sein, nimmt die Stadt neuerdings die Hilfe einer renommierten Firma aus Basel in Anspruch. Darauf weisen Plakate hin, die sich seit einigen Tagen vor und am Gebäude befinden.

Und es wird von Daniel Müller bestätigt: «Ja, die Firma Engel & Völkers hat von der Stadt Aarau einen Vermietungsauftrag erhalten. Mit diesem Partner haben wir Zugang zum nationalen und internationalen Gesamtmarkt und zum Kundennetzwerk der beauftragten Firma. Dadurch erhöhen sich die Vermietungschancen.»

Verzögert sich die Vermietung, wenn das Gebäude nächstes Jahr für über eine Million Franken saniert wird? Dazu erklärt Liegenschaften-Chef Daniel Müller: «Die Sanierung der Fenster kann wie budgetiert unabhängig von einer Vermietung erfolgen. Kann das Objekt zeitnah vermietet werden, besteht die Möglichkeit, die Fenstersanierung auch mit allfälligen Mieterausbauten zu koordinieren.»