Aarau
Ein Brief aus Aarau macht Ferien im fernen Australien

Die Post schickte einen Brief eines Pfarrers nicht an die Goldernstrasse, sondern nach Adelaide. Nicht ganz zur Freude des Pfarrers. Denn die simple Bestätigung für den Religionsunterricht erreichte die Schülerin nie.

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Daniel Hess mit dem Brief, der bis nach Australien ging (rechts) und demjenigen der Post, in dem die ganze Sendung steckte. bA

Daniel Hess mit dem Brief, der bis nach Australien ging (rechts) und demjenigen der Post, in dem die ganze Sendung steckte. bA

Etwas neidisch ist Pfarrer Daniel Hess (41) schon: Ein von ihm adressierter Brief reiste um die Welt ins südaustralische Adelaide und wieder zurück ins Aarestädtchen Aarau. Während er und seine Familie die Sommerzeit hier verbringen. «Anscheinend hat der Brief Ferien in Australien gemacht», witzelt er.

Den besagten Brief richtete Hess per A-Post an eine Aarauer Schülerin im Goldernquartier. Es war eine simple Bestätigung für den Religionsunterricht. Am 7. Juli warf er den Brief mit dem Briefkopf der reformierten Kirche in den nahen Briefkasten seines Hauses an der Bachstrasse.

Doch der Brief erreichte die junge Empfängerin nie. Stattdessen fand ihn der Pfarrer einen Monat später in seiner Post wieder. Er steckte in einem grauen Couvert der Post, diesem war ein ebenso grauer Zettel beigefügt: «Unanbringliche Postsendung».

Australien und zurück

Noch mehr staunte Daniel Hess über den grossen Stempel auf seinem ursprünglich adressierten Couvert. Darauf stand «Return to Sender». Die Begründung wurde in etwas kleineren Buchstaben nachgeliefert: «No such Street Adelaide».

Der Aarauer Pfarrer erklärt sich das Ganze so: Ein Postangestellter konnte die Adresse auf seinem Briefumschlag nicht lesen und schickte diesen kurzerhand in den weit entfernten Kontinent. Hat Daniel Hess eine solch unleserliche Schrift? «Überhaupt nicht», sagt er und lacht. «Die Adresse habe ich fein säuberlich, korrekt und, wie mir von dritter Seite attestiert wurde, durchaus leserlich auf dem Couvert notiert.»

Das kleinere Missgeschick sei wohl auch deswegen entstanden, weil das australische Adelaide und Aarau beide mit A beginnen und die gleiche Postleitzahl 5000 haben.»

Die Schülerin hat den Brief bis heute nicht erhalten. Pfarrer Hess wird sie aber in den nächsten Tagen telefonisch benachrichtigen. Und bei ihm selbst hat der weit gereiste Brief das Fernweh geweckt.