Aarau

Ein Blick in die Zukunft: So wird das Scheibenschachen-Quartier werden

Über den Projektierungskredit des Baufelds 2 befindet die kommende Wintergmeind. Ernst Niklaus Fausch Architekten

Über den Projektierungskredit des Baufelds 2 befindet die kommende Wintergmeind. Ernst Niklaus Fausch Architekten

Jetzt sind alle Wohnprojekte für die Bebauung der Aarenau ausgewählt. Vielfalt ist das Wort der Stunde. Kein Wunder: Auf den acht Baufeldern sind jeweils andere Architekten am Werk.

Eine ausserordentliche Freude sei es gewesen, sagte Stadtbaumeister Felix Fuchs im Rathaus, die Konzepte für die Bebauung und Nutzung der fünf Baufelder des Aarenau-Areals zu beurteilen. Alle 19 Wohnprojekte, die es in die Endauswahl des Studienauftrags geschafft haben, seien «beglückende Vorschläge von sehr hohem Niveau».

Wie die fünf Überbauungen im östlichen Scheibenschachen-Quartier künftig aussehen werden, zeigt eine Ausstellung im Rathaus, die vergangene Woche eröffnet wurde. Bis zum 3. Oktober werden die jeweiligen Siegerkonzepte gezeigt sowie diejenigen, die nicht für die Weiterverarbeitung ausgewählt wurden.

So soll das Aarenau-Areal mit seinen acht Baufeldern künftig aussehen. Baufeld 1, 3 und 4 werden gebaut und sind teilweise bereits bewohnt.

So soll das Aarenau-Areal mit seinen acht Baufeldern künftig aussehen. Baufeld 1, 3 und 4 werden gebaut und sind teilweise bereits bewohnt.

«Es ist ein grosser Schritt in der Entwicklung des Quartiers», sagte Stadtpräsidentin Jolanda Urech anlässlich der Eröffnung der Ausstellung. Die Entstehung eines neuen Aarauer Stadtteils ist somit vollständig aufgegleist: Auf drei der insgesamt acht Baufelder des Aarenau-Areals sind rund 150 Wohneinheiten am Entstehen und zum Teil bereits bezogen, rund 200 weitere sollen nun folgen. 

Vielfalt und Einheit im Einklang 

Das Spezielle, so Stadtbaumeister Fuchs, sei die ungewohnte Konkurrenz gewesen: Da fünf Grundstücke gleichzeitig in Auftrag gegeben wurden, war auch die Ungewissheit, was der Nachbar macht und wie er reagieren würde, vorhanden. «Bei der Beurteilung der Projekte galt es, sowohl die Vielfalt an Formen als auch die Gesamteinheit zu berücksichtigen», sagte Felix Fuchs.

Laut den Fachleuten ist es genau diese Vielfalt, welche ein neues Ganzes bildet, die zu einer besonderen Identität führt. Ein Siedlungsgebiet soll entstehen, das qualitätsvoll und umsichtig geplant ist. Damit wird das Aarenau-Areal auch dem Thema des Wakker-Preises, den der Schweizer Heimatschutz der Stadt Aarau im Januar verliehen hat, gerecht. Gewürdigt wurde die Stadt für ihre vorbildliche Weise, wie sie diese Quartiereigenschaften mit angemessener Feinkörnigkeit weiterentwickelt.

Das Auswahlverfahren der eingereichten Projekte hat sich über mehrere Monate gezogen, im August wurden folgende Wohnprojekte als Sieger erkoren: Ernst Niklaus Fausch Architekten (Zürich, Aarau) für Baufeld 2; Mlzd (Biel) für Baufeld 5; Kim Strebel Architekten (Aarau) für Baufeld 6; Temperaturas extremas (Madrid) für Baufeld 7 sowie Büro B Architekten und Planer (Bern) für Baufeld 8.

Zeitspanne noch nicht definiert

Was die Zeitspanne der Realisierungen anbelange, sagte Stadtpräsidentin Jolanda Urech, könne noch nicht viel gesagt werden. Ausser für Baufeld 2, das im Besitz der Ortsbürgergemeinde Aarau ist: Bereits an der kommenden Wintergmeind wird dafür der Projektierungskredit vorgelegt. Wie es mit den restlichen vier Baufeldern weiter geht, darüber wird die Sommergmeind 2015 befinden.

«Ob die Ortsbürgergemeinde die Grundstücke verkauft, selber bebaut oder im Baurecht abgibt, das ist noch offen», sagte der Leiter der Ortsbürgergutsverwaltung, Christoph Fischer. Im Winter werde die Ortsbürgergemeinde die Lage finanzpolitisch betrachten und analysieren. Er denkt, dass man die Mehrheit der Baufelder eher behalten und oder im Baurecht abgeben als verkaufen wird. Welchen Fall auch immer eintritt, die Projekte werden so realisiert werden müssen.

Die Ortsbürgergemeinde stehe somit vor einem Jahrhundertentscheid, wie Christoph Fischer sagte. Einerseits muss sie über Duzende von Millionen entscheiden — rund 20 pro Baufeld —, andererseits ist das Aarenau-Areal mit ihren sechs Hektare für die Ortsbürgergemeinde das letzte Grundstück von so grosser Tragweite. Gemäss Fischer wird die Realisierung der vier Baufelder wohl in Etappen geschehen.

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