Zuerst war es bloss ein Beziehungsstreit: Ein 28-jähriger Tunesier und seine Freundin gerieten sich um 1 Uhr morgens in der Nacht auf Dienstag in der Asylbewerberunterkunft «Casa Torfeld» in Buchs in die Haare. Der Streit war erst bloss ein Wortgefecht.

Doch als der anwesende Angestellte des Sicherheitsdienstes den Streit schlichten wollte, solidarisierte sich ein Libyer mit dem Tunesier und griff zum Messer. Als zur Unterstützung weitere Angestellte des Sicherheitsdienstes eintrafen, mischten sich weitere Bewohner der Asylbewerberunterkunft in die Auseinandersetzung ein.

Sogar die Nachbarn erwachten

Beim Tumult wurden zwei Fensterscheiben und eine Lampe beschädigt, und Bewohner in der Nachbarschaft erwachten. Es gab jedoch keine Verletzte. «Die Lage hat sich rasch beruhigt», sagt der Sprecher der Kantonspolizei Roland Pfister.

Immerhin waren aber zehn Patrouillen von der Kantons- und Regionalpolizei sowie der Grenzwache ausgerückt, um die angespannte Situation zu beruhigen. «So viele Leute in einem Konflikt auf engem Raum ergibt eine brenzlige Situation», argumentiert Pfister. Der Tunesier und sein Mitstreiter wurden vorläufig festgenommen.

Libyer schluckte spitzen Gegenstand

Da der Libyer jedoch einen spitzigen Gegenstand schluckte, musste er ins Spital eingeliefert werden. Um was für einen Gegenstand es sich dabei genau handelt, wird noch abgeklärt. «Der Libyer wurde geröngt und der Gegenstand wird nun rausgeholt», sagt Pfister.

Es komme immer wieder vor, dass Asylbewerber Dinge schluckten. Warum, darüber könne er nur mutmassen: «Es könnte sein, dass sie mit dem Spitalaufenthalt die Haft zu umgehen versuchen oder hoffen, dass mit dem Gegenstand später eine Flucht gelingt», sagt Pfister.

Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Streits eingeleitet.