Suhr

Ein altes Industrieareal verschwindet Stück für Stück

Die Visualisierung zeigt die renovierte Mühle.Huguenin Architekturbüro

Die Visualisierung zeigt die renovierte Mühle.Huguenin Architekturbüro

Auf dem Huggler-Areal in Suhr soll 2013 die «Parkresidenz Mühle» gebaut werden. Das heutige Industriegelände weicht neuen Mehrfamilienhäusern. Die alte Mühle bleibt erhalten und wird saniert.

Suhr verändert sich. Der «Suhrepark» auf dem Gelände der alten Textildruckerei ist in Planung, für das Bauvorhaben «Bahnhof Nord» lag im Frühling der Gestaltungsplan auf und in der Überbauung «LEBENsuhr» sollen die ersten Wohnungen noch dieses Jahr bezogen werden. Nun ist ein nächstes Bauprojekt in den Startlöchern: Für das 2,2 Hektaren grosse Huggler-Areal zwischen Mühleweg und Suhre liegt der Gestaltungsplan auf.

Das Projekt trägt den Titel «Parkresidenz Mühle». Geplant sind 10 kubenförmige Mehrfamilienhäuser mit total rund 130 Einheiten zum Wohnen und Arbeiten. Die Gebäude werden drei- bis fünfgeschossig sein, das 5. Stockwerk wäre die Attikawohnung.

Alte Mühle liegt im Zentrum

Das heutige Industriegelände, welches Emil Huggler 2006 an den Architekten Theodor Huguenin aus Winterthur und Landschaftsarchitekt Stefan Fritz aus Zürich verkaufte, liegt lang gezogen zwischen der Suhre und dem Chilemattweg. Dazu gehört auch eine Parzelle im Besitz eines Suhrer Ehepaars.

Zusätzlich zur Lage gibt es weitere spezielle Merkmale: In der Mitte des Areals befindet sich die alte Mühle, welche unter dem Kulturschutz der Gemeinde steht. Die Mühle soll im Rahmen des Projektes saniert werden. Wozu sie genutzt wird, ist laut Huguenin noch nicht klar. Denkbar sei ein Kaffee, welches nur tagsüber geöffnet hätte.

Die parkähnliche Überbauung soll öffentlich zugänglich und verkehrsfrei sein: Das Areal wird über den Chilematt- beziehungsweise Mühleweg erschlossen, wo zwei Rampen in eine Tiefgarage abzweigen. Im Verkehrsbericht wird in Spitzenzeiten mit einer Mehrbelastung des Mühlewegs von 5 bis 18 Prozent gerechnet – das wären 12 bis 45 Fahrzeuge mehr pro Stunde.

Baustart nächsten Sommer geplant

Der Gestaltungsplan liegt bis am 22. August zur Mitwirkung und gleichzeitiger Mitsprache auf. Besitzer Theodor Huguenin hofft, dass die Baubewilligung bereits Anfang des nächsten Jahres vorliegt und mit dem Projekt im Sommer 2013 begonnen werden kann. Das Areal soll in Etappen zuerst im Norden überbaut werden. Die kleine Halle im nördlichsten Zipfel des Areals bleibt aber bestehen: Hier ist der Familienbetrieb Circus Viva zuhause, ein Partyzeltvermieter und Eventorganisator.

Den übrigen Mietern wird gekündigt. Unter der bunten Mieterschaft fallen vor allem die Autoverwertungsgaragen auf, aber auch ein Taxi-Unternehmen befindet sich dort, ein türkischer Verein, verschiedene Handwerker, Künstler, eine Bauunternehmung und Huggler Baumaschinen.

Auf dem Gelände befindet sich ausserdem eine Reithalle, die von verschiedenen Nutzern gemietet wird. Diese wird Ende Jahr abgerissen. Falls sich ein Interessent finde, könne sie – so Huguenin –andernorts wieder aufgebaut werden.

Schönere Aussicht für Nachbarn

Die Anwohner des Chilematt- und Mühlewegs haben die geplanten Zufahrten zur Tiefgarage zwar kritisch im Auge, rechnen jedoch damit, dass die Lärmemissionen mit dem Verschwinden dem bisherigen Gewerbe abnehmen werden. Auch auf eine schönere Aussicht freue sie sich, sagt eine Anwohnerin, man habe die Überbauung schon lange erwartet.

Die Ausnutzungsziffer liegt mit 0,95 über der einer normalen Bebauung. In gemischten Zonen mit Wohnen und Arbeiten liegt diese bei 0,75. Der von der Gemeinde Suhr beauftragte Fachgutachter beurteilt das hohe Nutzungsmass als «vertretbar», wenn der parkähnliche Freiraum wirklich wie geplant Kern des Projektes werde.

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