«Alinghi»-Modell
Ein «Alinghi»-Fan sorgt für Aufsehen

Aarau Silvan von Arx baute die «Alinghi» als erster Schweizer originalgetreu im Massstab 1:18 nach.

Silvan Hartmann
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2007 hat es Silvan von Arx aus Oberentfelden gepackt. Vor dem Fernseher hat er mitverfolgt, wie «Alinghi» gegen das Team «New Zealand» vor Valencia um den America’s Cup kämpft. «Mir hat es sofort den Ärmel hineingezogen und ich kam auf die Idee, die ‹Alinghi› als Modell nachzubauen», sagt er. Schon als Kind hatte sich der heute 46-Jährige für Modellboote interessiert. Und Hobeln, Basteln oder Schleifen waren zudem schon immer seine Hobbys. «Ich ging zu Schulzeiten gerne ins Werken», sagt er.

Nach dem America’s Cup 2007 investierte von Arx die ersten von insgesamt Hunderten Stunden für das Modellsegelboot. Er suchte im Internet nach Bauplänen, schmiedete Kontakte zu Gleichgesinnten und schrieb Alinghi mit dem Anliegen an. Doch alles war vorerst erfolglos. «Erst im Frühling 2008, an einer Messe für Modellflieger und Modellboote in Deutschland, habe ich einen Modellbauer kennen gelernt, der Baupläne hatte von der ‹Alinghi›.»

Er besuchte Bertarellis Chalet

Es war gleichzeitig der Startschuss für den Bau des Modellsegelbootes «Alinghi» im Massstab 1:18. Jedes noch so kleine Detail sollte originalgetreu nachgebaut werden. Hierfür scheute Silvan von Arx keinen Aufwand. So reiste er etwa an den Genfersee, um das richtige «Alinghi»-Boot auf dem Wasser zu sehen. Und einmal durfte der Oberentfelder sogar ins Ferienchalet von «Alinghi»-Besitzer Ernesto Bertarelli im Berner Oberland. «Bertarelli war leider nicht vor Ort. Er hatte dort ebenfalls nachgebaute ‹Alinghi›-Modellsegelboote, die ich anschauen durfte. Aber die waren dilettantisch hergestellt, hatten keine Masse und entsprachen überhaupt nicht dem ‹Alinghi›-Boot.» Von Arx bot deshalb Bertarelli ein Modell an. «Ich habe aber nie etwas zu hören bekommen.» So versuchte er es später nach Fertigstellung mit ein paar Bildern seines Bootes bei Alinghi. «Nach langer Zeit kamen die Fotos signiert von Ernesto Bertarelli zurück – kommentarlos.»

10 Monate arbeitete der Elektromaschinenbauer in der Freizeit an seinem Boot. Von Arx schätzt sein Modell auf ungefähr 4000 Franken – die Arbeitsstunden ausgenommen. «Das kann ich nämlich gar nicht zählen», sagt er und lacht.

Sorgt in der Szene für Aufsehen

Als er im Frühling 2009 zum ersten Mal mit seinem Nachbau wasserte, sorgte er in der Szene der Modellsegelboot-Fans für Aufsehen. «Ich bekam jede Menge positive Feedbacks und war das Hauptthema auf vielen Foren der Szene», erinnert er sich. Selbst eine Modellbaufirma aus Deutschland kontaktierte ihn und fragte, ob er serienmässig die Boote herstellen würde. «Sie hätten lächerliche 80 Euro für ein Boot bezahlt.»

Damit war klar, dass er vorerst der einzige Schweizer bleibt, der ein «Alinghi»-Boot im Massstab 1:18 nachgebaut hat und besitzt. Dementsprechend erregt er Aufsehen, wenn er das Boot wassert. In der Regel auf den Seen – gestern in der Badi Aarau.