Malereien
Eigene Führung für die bemalten Dachunterseiten von Aarau

Seit 60 Jahren brüstet sich die Stadt mit den «schönen Giebeln» – jetzt gibt es die passende Führung dazu.

Katja Schlegel
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Agnes Henz in der Milchgasse.ksc

Agnes Henz in der Milchgasse.ksc

Katja Schlegel

Seit 1955 prägen sie den Beinamen Aaraus: Die bemalten Dachunterseiten, im Volksmund «Giebel» genannt. Geprägt hat den Ruf der Slogan «Aarau, die Stadt der schönen Giebel». Das, obwohl eigentlich keiner mit letzter Sicherheit weiss, ab wann und weshalb genau die Giebel angemalt wurden. Zwar gibt es viele Städte, in denen die Dachvorsprünge verziert wurden. Aber keine mit einer solchen Dichte, keine mit solch aufwendigen Malereien. Erstaunlich ist auch: Obwohl die «schönen Giebel» als Aaraus Markenzeichen gelten, gab es bisher keine Stadtführung, die sich ausschliesslich den überhängenden Kunstwerken widmete. Bis jetzt. Diesen Donnerstag feiert die Führung «Aarau – Stadt der schönen Giebel» Premiere.

Entstanden ist dieses Gemeinschaftsprojekt unter der Federführung von Agnes Henz vom Tourismusbüro aarau info. Den Anstoss gegeben hat die Broschüre über die Aarauer Giebel, die 2015 dank der Initiative des Aarauer Architekten Philipp Husistein auf den Markt kam. «Eine wunderbare Broschüre, in der 89 Giebel gezeigt werden, aber weitgehend auf Hintergrundinformationen verzichtet wurde», sagt Agnes Henz. Diese sollen nun mit der Führung vermittelt werden. Und auch die Broschüre wird mit einem Einlageblatt mit Hintergrundinformationen ergänzt. Dieses soll laufend ergänzt und erweitert werden, sagt Henz: «Die Giebelbemalungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte mitsamt der Stadt verändert. Vieles liegt im Dunkeln. Wir hoffen deshalb, dass uns die Aarauer mehr Informationen zu einzelnen Bemalungen liefern können.»

Premiere Giebel-Führung Donnerstag, 18.15 Uhr. Anmeldung bei aarau info, Metzgergasse 2, 062 834 10 34. Am 11. Mai findet eine weitere Führung statt.