Aarau

Ehemaliger Schreiner ist grösster Kämpfer gegen die Neophyten

Manfred Klopocki reisst unentwegt invasive Neophyten aus. zvg

Manfred Klopocki reisst unentwegt invasive Neophyten aus. zvg

Der zwölfte Umweltpreis der Stadt geht an Manfred Klopocki für seinen Einsatz in der Bekämpfung von invasiven Neophyten. Der ehemalige Schreiner ist täglich unterwegs und reisst unentwegt invasive Neophyten aus - mit grossen Erfolg.

Mit dem Umweltpreis beabsichtigt die Stadt Aarau, das Umweltbewusstsein in der Stadt zu erhöhen. Darüber hinaus soll der Preis zu Eigeninitiative und vermehrter Tätigkeit im Umweltbereich motivieren.

Die Nominierung und Bewertung der Projekte erfolgen durch die Natur- und Umweltkommission (NUK) der Stadt Aarau. Die Kommission wird dabei von der städtischen Umweltfachstelle sowie von Stadtoberförster und -gärtner fachlich unterstützt. Die Wahl der Preisträgerin, des Preisträgers fällt der Stadtrat.

Den diesjährigen Umweltpreis erhält Manfred Klopocki als Dank und Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen invasive Neophyten.

Passionierter Umweltschützer

Manfred Klopocki, der bis zu seiner Pensionierung als Schreiner gearbeitet hat, war schon seit jeher ein passionierter Naturschützer. Seit langem engagiert er sich im Verein BirdLife Aarau (früher Verein für Ornithologie und Kleintierzucht).

Mit seinem geschärften Blick für die Natur hat er bereits vor über zehn Jahren erkannt, dass sich neue gebietsfremde Pflanzen überdurchschnittlich schnell ausbreiten und dabei die einheimische Flora verdrängen. Daraufhin hat er mit der Bekämpfung invasiver Neophyten begonnen. Manfred Klopocki ist täglich unterwegs und reisst unentwegt invasive Neophyten aus. Man trifft ihn auf der Zurlindeninsel genauso wie im Aarauer Schachen oder im Summergrien. Er kennt die Standorte aller invasiven Pflanzenarten. Er weiss, wann der richtige Zeitpunkt für die Bekämpfung ist und mit welcher Methode die besten Resultate erzielt werden.

«Im Aarauer Schachen, der einst fast gänzlich vom Drüsigen Springkraut überwuchert war, hat es Manfred Klopocki dank seines hartnäckigen Einsatzes geschafft, die gesamte Springkrautpopulation auszumerzen», teilt die Natur- und Umweltkommission mit. Dies sei angesichts des Vermehrungspotenzials und der Widerstandsfähigkeit dieser Pflanze ein Riesenerfolg.

Stadt an Pilotprojekt beteiligt

Die Problematik der invasiven Pflanzen habe sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft, lässt die Stadt verlauten. Der Kanton Aargau hat 2009 eine Strategie erarbeitet und im Jahr 2011 die Koordinationsstelle Neobiota geschaffen. Ausserdem läuft bis im Jahr 2014 das Pilotprojekt Neobiota, welches die Strategiezeile in einer ersten Phase umsetzen und die Koordination zwischen den kantonalen Fachstellen und den Gemeinden verbessern soll. Aarau nimmt als eine von 20 Gemeinden am Pilotprojekt teil.

Invasive Pflanzen stellen auf dem Aarauer Stadtgebiet seit vielen Jahren ein Problem dar. Manfred Klopockis grosse Beharrlichkeit sei der Grund dafür, dass an von Neophyten besetzten Standorten wieder einheimische Pflanzenarten einen Lebensraum finden. Klopocki leiste einen wertvollen Beitrag zu Förderung und Erhaltung der biologischen, einheimischen Artenvielfalt auf dem Aarauer Stadtgebiet.

Die öffentliche Feier zur Preisverleihung findet am 14. September 2012 um 17 Uhr im Rathaus (Turmstube) statt. Eine Ausstellung im Foyer des Aarauer Rathauses informiert bis zum 28. September über den Preisträger und die Thematik der invasiven Neophyten.

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