Aarau
Durchgangsplatz für Fahrende in Aarau nach Sanierung wiedereröffnet

Der Durchgangsplatz für Fahrende im Aarauer Schachen wurde heute Abend offiziell wiedereröffnet. Der Platz erhielt einen neuen Kiesbelag, einen Sanitärbau mit Dusche und Toiletten sowie eine Strom-Zapfstelle.

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Der Durchgangsplatz für Fahrende im Aarauer Schachen präsentierte sich im Winter 2011/2012 als grosse Baustelle. Der Platz am am südwestlichen Ende des Aarauer Schachens wurde komplett saniert.

Fahrende in der Schweiz

In der Schweiz leben über 35'000 Jenische, eine Be-völkerungsgruppe, die als nationale Minderheit aner-kannt ist. Etwa 3'000 Jenische pflegen aktiv die fahrende Lebensweise und sind deshalb auf genügend Stand- und Durchgangsplätze angewiesen. Der Aargau gehört laut Regierung zu den Kantonen, die noch keine ausreichenden Haltemöglichkeiten für die Fahrenden aufweisen.

Die Sanierung erfolgte aufgrund eines Auftrags des Grossen Rats. Das Projekt umfasste den Einbau eines Kiesbelags, eine Sanitäranlage mit Toiletten und Dusche sowie eine Strom-Zapfstelle.

Diese Neuerungen bringen laut Regierung nicht nur bessere Aufenthaltsbedingungen für die Fahrenden sondern auch «eine landschaftliche Aufwertung des Standorts». So wurde die Lindenallee entlang der Schachenstrasse verlängert und auf dem Platz selbst wur-den zusätzliche Gehölze gepflanzt.

Ein Platz mit klaren Regeln

Der sanierte und neu gestaltete Platz kann seit Ende April 2012 wieder benutzt werden. Fahrende tun dies bereits jetzt wieder. Diese melden sich jeweils bei der Stadtpolizei Aarau an, wo auch Jetons für die Dusche und Prepaidkarten für den Strombezug erhältlich sind.

Der Aufenthalt wird jeweils auf höchstens einen Monat befristet und durch eine Platzordnung geregelt, die zwischen Stadt, Kanton und Radgenossenschaft der Landstrasse ausgehandelt wurde.

Am Donnerstagabend wurde die Sanierung des Durchgangsplatzes im Rahmen einer Einweihung zusammen mit den Fahrenden und zahlreichen Gästen gefeiert. In ihren Ansprachen äusserten unter anderem Stadtammann Marcel Guignard und Regierungsrat Peter Beyeler die Hoffnung, dass das «gute Beispiel Aarau» Wegbereiter für weitere Projekte in anderen Aargauer Gemeinden sein wird. (sha)