Buchs
Durch diese Unterführung gelangen die Wildtiere von der Nordschweiz in den Süden

Die Baumstämme, Ast- und Steinhaufen sind kein Kunstprojekt – sondern ein Wegsystem für Säugetiere. Die Unterführungen für Tiere im Buchser Wald «Suret» sind nicht die letzten ihrer Art.

Sabine Kuster
Drucken
Bald sieht es entlang der Bahnlinie zwischen Aarau und Rupperswil natürlicher aus: Die Wildtierkorridore begrünen sich langsam.

Bald sieht es entlang der Bahnlinie zwischen Aarau und Rupperswil natürlicher aus: Die Wildtierkorridore begrünen sich langsam.

Sabine Kuster

Den ganzen Winter lang hat es entlang der Bahnlinie Aarau–Rupperswil seltsam ausgesehen: Baumstämme, Ast- und Steinhaufen lagen in einem undurchschaubaren System auf kahlem Boden bei zwei Unterführungen.

Jetzt wächst das erste Gras und die Setzlinge treiben Blätter zwischen den Lenkungsmassnahmen – so wird das System aus Stämmen, Steinen und Ästen in der Fachsprache genannt. Es soll kleinen Säugetieren Unterschlupf bieten und ihnen den Weg von der Nord- in die Zentralschweiz zeigen.

Die beiden Wildtierunterführungen im Wald Suret auf dem Gemeindegebiet Buchs sind nämlich laut Thomas Gremminger, Fachbereichsleiter Landschaft und Vernetzung beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, die einzigen Durchgänge für Wildtiere zwischen Olten und der Linthebene.

Überall sonst halten Siedlungen die Tiere vom Wandern ab – oder eben Bahn und Strasse. «Die Wildtierpopulation in der Nordschweiz ist von jener südlich durch mehrere Barrieren abgetrennt», sagt Gremminger.

Damit das Gebiet noch besser passierbar wird, plant der Kanton nun auch über die Kantonsstrasse, die T5 und die Autobahn 1 Wildtierbrücken. Ob die ersten beiden Durchgänge überhaupt funktionieren, wird noch geprüft. Die installierten Fotofallen haben zumindest schon Dachse, Iltisse, Füchse und Igel registriert.

Aktuelle Nachrichten