Dürrenäsch
«Sie kann singen!» Mary Vogel rührt im finalen Promi-Duett zu Tränen

Mary Vogel aus Dürrenäsch hat am Dienstagabend die RTL-Erfolgssendung «I Can See Your Voice» gerockt. Sie überzeugte die Promi-Juroren und sang das Duett mit Max Mutzke. So schön, dass gar Tränen flossen.

Katja Schlegel
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Mary Vogel aus Dürrenäsch im Duett mit Max Mutzke.

Mary Vogel aus Dürrenäsch im Duett mit Max Mutzke.

Screenshot / Aargauer Zeitung

Die Anspannung ist gross, Tim Mälzer ballt die Faust, Thomas Hermanns kann kaum hinsehen. Ist die Finalistin eine Blenderin? Oder kann sie tatsächlich singen? Nach dem ersten Ton ist klar - sie kann es: Martina «Mary» Vogel (33) aus Dürrenäsch. Singt «Everybody hurts» von REM gemeinsam mit Max Mutzke so herzzerreissend schön, dass gar Tränen fliessen. Es ist das Finale der gut zweistündigen RTL-Show «I Can See Your Voice».

Sie hat es also geschafft: Mary hat das Promi-Jurorenteam, bestehend aus Thomas Hermanns, Tim Mälzer, Ross Antony, Joachim Llambi und Sabrina Mockenhaupt, überzeugt. Nicht mit ihrem Gesang, sondern allein mit ihrem Auftreten. Denn das ist der Clou der Show: Die sieben Kandidaten singen nicht live, sondern Playback oder mit verzerrter Stimme. Die Promis können sich also nur auf ihr Bauchgefühl verlassen. Und Rockabella Mary hat da am besten überzeugt.

Mit Blick auf den Bauch

Eindeutig war die Sache bis zuletzt nicht. Beim «Lip-sync», dem Playbacksingen, war für Thomas Hermanns zwar klar, dass Mary eine richtige Performerin sei: «Sie ist auf der Bühne zu Hause.» Sänger Ross Antony hatte Marys Bauch im Blick: «Sie hat tief geatmet.» Richtig überzeugt war er deshalb aber nicht. Für Tim Mälzer war Marys Tätowierung eines Notenschlüssels ein Indiz: «Ich würde so gerne sehen, dass diese Damen singen kann.» Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt hingegen blieb ausgesprochen kritisch: Die Lippenarbeit überzeugte sie nicht.

Brenzlig wurde es für Mary bei «Fakt oder Fake», dem Kurzporträt. Da zeigte sich einzig Tim Mälzer überzeugt, auch wenn er die Echtheit von der Gitarre an Marys Wohnzimmerwand anzweifelte. Doch Mary bestand gegen ihren Konkurrenten, den zweiten Schweizer in der Sendung: SBB-Lokführer Hanspeter Zweifel musste auf die «Bühne der Wahrheit», er hatte Max Mutzke und Kandidatin Mandy, die entscheidende Instanz, nicht überzeugt. Zu unrecht; auch Hanspeter kann singen.

Die Zweifel räumte Mary beim Kreuzverhör aus. Dem ersten Moment, in dem die Promijuroren ihre offensichtlich echte Stimme hörten. «Die kann singen», sagte Max Mutzke. Kandidatin Mandy jedenfalls musste die Entscheidung zwischen Mary und der «Animateurin», der letzten Konkurrentin, treffen. Ein glücklicher Entscheid, denn auch sie war Profi.

Mary Vogel mit der letzten Konkurrentin, Animateurin Karo. Obwohl die Promis zu Karo tendierten, entschied sich Kandidatin Mandy für Mary.

Mary Vogel mit der letzten Konkurrentin, Animateurin Karo. Obwohl die Promis zu Karo tendierten, entschied sich Kandidatin Mandy für Mary.

Printscreen / Aargauer Zeitung

Bloss nichts anmerken lassen

Bei allem Glück, bei allem Zufall: Mary hat es ins Finale geschafft, hat das Promiduett gesungen. Etwas, was sie sich selbst vor der Aufzeichnung nicht hat träumen lassen. Denn ein falsches Zucken, ein unkontrolliertes Lachen ob der Kommentare der Promis - und sie hätte sich verraten: «Eigentlich lache ich ständig und ob allem», sagt sie. Deshalb habe sie auch fest damit gerechnet, von den Promis direkt rausgeschmissen zu werden. «Aber ich hatte mich besser unter Kontrolle, als erwartet. Mein Pokerface hat mich selbst überrascht.»

Und wie war er denn nun, der Auftritt im Duett mit Max Mutzke? Dem Sänger und Songwriter, der am Eurovision Song Contest 2004 für Deutschland sang? «Es war surreal, wie ein Film», sagt Mary, die bereits 2020 im Finale von «The Voice of Switzerland» stand. Und so rasch vorbei, dass sie sich gar nicht mehr recht daran erinnern kann. «Nach der Aufzeichnung haben mir Leute vom Team von RTL gesagt, sie seien hin und weg gewesen, sie hätten Gänsehaut gehabt. Ich selbst war in einer anderen Welt, habe meinen Gesang gar nicht registriert.»

Kommt jetzt der Durchbruch?

Ob die RTL-Erfolgsshow Marys Karrieresprungbrett wird? Gut möglich, schliesslich schauen sich jeweils über 2 Millionen Menschen die von Daniel Hartwich moderierte Sendung an. «Ich bin gespannt, ob sich nun ein Türchen öffnet», sagt Mary. Wie auch immer: Musik wird immer eine Rolle in Marys Leben spielen. Und langweilig wird ihr damit in den nächsten Wochen und Monaten auch nicht.

Mit ihrer Band «The B-Shakers» hat Mary das neue Album «Shaker Attack» aufgenommen, das am 21. Mai auf den Markt kommt. Geplant ist, das Album mit Platzkonzerten zu bewerben. Mary und ihre Bandkollegen einen alten Feuerwehrbus umgebaut, mit dem sie durchs Land ziehen. «Wir klappen den Bus auf, stellen die Boxen nach draussen, schnappen die Instrumente und legen los.»