Dürrenäsch
Baby starb bei Horror-Unfall: Jetzt muss sich der Autolenker vor Gericht verantworten

Vor einem Jahr erhob die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm Anklage gegen einen 34-Jährigen, der von der Strasse abkam und in eine junge Familie fuhr. Dabei wurden eine Mutter und ein Kleinkind schwer verletzt, ein Baby starb.

Nadja Rohner
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Nach dem Unfall vom 23. Dezember hatten die Leute Kerzen neben das Trottoir gestellt, auf dem der Säugling zu Tode kam.

Nach dem Unfall vom 23. Dezember hatten die Leute Kerzen neben das Trottoir gestellt, auf dem der Säugling zu Tode kam.

Urs Helbling

Gemäss der damaligen Polizeimitteilung war der Lenker eines Volvo am späten Nachmittag des 23. Dezember 2016 von Hallwil nach Dürrenäsch unterwegs gewesen, als er Eingangs Dürrenäsch auf die Gegenfahrbahn geriet und «ungebremst aufs Trottoir» fuhr. Laut Polizei war der Autofahrer kurz eingenickt. Auf dem Trottoir erfasste er eine junge Mutter, die mit ihren Kindern und dem Hund zu Fuss unterwegs war. Die Mutter und das einjährige Kleinkind im Kinderwagen überlebten verletzt. Ein erst einen Monat altes Baby, das die Mutter vor dem Bauch getragen hatte, starb im Spital.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung und weiteren Delikten

Die Staatsanwaltschaft erhob vor einem Jahr Anklage gegen den Autolenker wegen fahrlässiger Tötung, mehrfacher schwerer Körperverletzung und Fahren in fahrunfähigem Zustand. Letzteres weil er laut Staatsanwaltschaft übermüdet gefahren sein soll. Gemäss Recherchen von Tele M1 wohnte der Mann, selber Familienvater, zum Unfallzeitpunkt im Dorf, zügelte dann aber ins Ausland.

Mehr als vier Jahre nach der Tragödie steht nun endlich der Gerichtstermin fest: Der Fall wird am Dienstag, 9. Februar vor dem Bezirksgericht Kulm verhandelt. Zwischen Anklage und erstinstanzlicher Verhandlung sei deshalb so viel Zeit verstrichen, weil die Terminsuche angesichts der Coronapandemie sowie der Anzahl Beteiligter schwierig gewesen sei.