Hunzenschwil

Dubiose Rohrreinigungs-Firma will Aargauer abzocken: «Ich dachte erst, das sei ein Witz»

Dubiose Abzockerfirma verlangt zehnfachen Preis

Dubiose Abzockerfirma

Nachdem eine Rohr-Reinigungsfirma den verstopften Abfluss einer Kundin halbpatzig repariert hatte, verlangte sie das Zehnfache vom abgemachten Preis.

Erst reparieren zwei Handwerker einer Rohr-Reinigungsfirma den verstopften Abfluss eines Aargauers mehr schlecht als recht. Dann wollen sie auch noch das Zehnfache vom abgemachten Preis – und zwar sofort.

Der Abfluss in der Dusche ist verstopft. Sogar Fäkalien kommen in der Dusche zum Vorschein. Und das am Samstagabend. Was tun? Joël Tschannen aus Hunzenschwil entscheidet sich, auf Google nach einem 24-Stunden-Rohr-Reinigungsservice zu suchen. Auf rohr24.ch wird er fündig. Die Firma versprich Rohrreinigungen ab 49 Franken. Tschannen ruft an. Doch auf das, was er dann erlebt, hätte er gerne verzichtet.

129 Franken pro Stunde waren per Telefon abgemacht. Doch die zwei Handwerker legen ihm dann einen saftige Rechnung vor und verlangen 1288 Franken. Und das erst noch sofort in Bar oder per EC-Überweisung.

„Ich habe gemeint, das sei ein Witz“, erzählt Tschannen von seiner spontanen Reaktion. „Für eine oder 1,25 Stunden Arbeit – das kann nicht sein. Das ist unseriös.“ Diverse Beträge sind auf der Rechnung aufgeführt, die Tschannen nicht nachvollziehen kann.

Wer die Internetseite von Rohr24.ch genauer anschaut, stellt fest: Es gibt keine Schweizer Adresse der Firma, dafür eine aus London und eine 0800-Telefonnummer. Wer dort anruft, landet bei einem Call-Center, das Handwerker vermittelt. Als sich TeleM1 zum Fall von Joël Tschannen meldet, heisst es, man solle sich per Postweg beschweren. „Allerdings hat man uns nicht eine Adresse geben wollen und das Telefon einfach aufgehängt“, sagt TeleM1-Reporterin Corina Borer.

Auch der Kassensturz hat im Mai über die Firma berichtet, die offenbar in deutschen Händen ist. Die Inhaberfirma aus München will sich gegenüber TeleM1 auch nicht äussern.

Die Polizei rät bei solchen dubiosen Fällen, auf keinen Fall sofort eine Rechnung zu begleichen. „Dann können wir leider nichts mehr machen“, sagt Kapo-Mediensprecherin Marianne Koch.

Die Rechnung beglichen hat auch Joël Tschannen nicht. Stattdessen hat er den beiden Handwerkern, die nur gebrochen Deutsch sprachen, mit der Polizei gedroht. Die machten sich daraufhin aus dem Staub. Und hinterliessen einen nicht sauber geflickten Abfluss. Für die Reparatur hat Tschannen schliesslich eine seriöse Firma gefunden.

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