Aarau/Küttigen
Droht vom Rombachbächli Hochwassergefahr?

Ein Experte der Aargauischen Gebäudeversicherung sorgt bei Hausbesitzern im Scheibenschachen für Aufregung: Das Rinnsal Rombachbächli sei nicht so harmlos, wie es scheine.

Hermann Rauber
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Auf den ersten Blick ein harmloses Rinnsal: das Rombachbächli. Ein anderes Bild vermitteln Gefahrenkarte und Aargauische Gebäudeversicherung.

Auf den ersten Blick ein harmloses Rinnsal: das Rombachbächli. Ein anderes Bild vermitteln Gefahrenkarte und Aargauische Gebäudeversicherung.

Katja Schlegel

Das Rombachbächli auf der Grenze zwischen den Gemeinden Aarau und Küttigen zeigt sich auf den ersten Blick als harmloses Rinnsal. Doch der Eindruck täuscht, denn der Bach findet sich auf der Gefahrenkarte Hochwasser des Kantons Aargau. Nun hat das Baudepartement eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben, die das Risiko abschätzen und allfällige Massnahmen aufzeigen soll. Das Gutachten wird in den nächsten Wochen auf dem Tisch liegen.

Die Hochwasser-Gefahrenkarte macht es deutlich: Bei starken Regenfällen weist das Gerinne des Rombachbächlis keine Reserven aus, «sodass bei den Brücken entlang der Gysulastrasse mit Austritten zu rechnen ist». Und auch im oberen Bereich sind die Eindolungen zu knapp dimensioniert und Uferverstrebungen baulich «in einem schlechten Zustand». Gefährdet sind Liegenschaften an der Gehrenstrasse, an der Rombach- und Küttiger-
strasse, aber auch im Aarauer Scheibenschachen am Pappelweg oder eben an der Gysulastrasse.

Überflutungen vor 17 Jahren

Beim Rombachbächli hat es 1999 zwei Ereignisse gegeben, die das unterstreichen: Am 12. Mai kam es entlang der Gysulastrasse zu einer Überflutung, am 8. Juli trat dann das Wasser im Rombachtäli über die Ufer. Bedeutend grösser waren im Scheibenschachen allerdings die Schäden des Aarehochwassers vom 9. August 2007. Mit dem Neubau des Kraftwerks Rüchlig ist diese Gefahr allerdings in der Zwischenzeit gebannt oder stark minimiert worden.

Beim Rombachbächli werden im Rahmen der kantonalen Gefahrenkarte mögliche Massnahmen vorgeschlagen. So sei «ein regelmässiger Unterhalt» von grosser Bedeutung. Dazu gehöre «das Freihalten des Gerinnes von Schlamm und zu üppiger Vegetation», vor allem bei den Brückenquerschnitten.

Generell rät die Gefahrenkarte Hochwasser, «bei neuen Bauvorhaben die Gefährdung in der Planung zu berücksichtigen». Im unteren Bereich des Rombachbächlis könnten angrenzende Liegenschaften mit «Objektschutzmassnahmen» gesichert werden. Bereits in dieser Richtung tätig geworden ist im Sinne einer Elementarschadenprävention die Aargauische Gebäudeversicherung, die durch den Fachspezialisten Georges Brandenberg seit Jahresbeginn private Hauseigentümer im betroffenen Gebiet berät, denn «die Situation ist nicht ganz so harmlos, wie sie auf den ersten Blick erscheint», betont der Experte.

Damit nicht genug: Die Abteilung Landschaft und Gewässer des Aargauer Departementes Bau, Verkehr und Umwelt hat in Sachen Rombachbächli bei einem privaten Ingenieurbüro eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben. Diese steht laut Sebastian Hackl kurz vor dem Abschluss und soll mögliche Massnahmen aufzeigen. Eigentümer des Rombachbächlis ist zwar der Kanton, doch bauliche Investitionen sind auch Sache der betroffenen Gemeinden. «Nach Vorliegen des Gutachtens werden wir mit Aarau und Küttigen in Kontakt treten und die Gefahrenlage besprechen», sagt Sebastian Hackl.

Darauf wartet auch Rolf Strebel, Projektleiter Strassen und Gewässer beim Stadtbauamt Aarau. Man nehme die Hochwassergefahr im Perimeter des Rombachbächlis «keineswegs auf die leichte Schulter», wolle aber der Konzeptstudie des Kantons nicht vorgreifen und zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Massnahmen vorprellen.

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