Diebstahl

Drogensüchtiger konnte es nicht unterlassen und brach sogar im Hafturlaub ein

Bezirksgericht Aarau

Bezirksgericht Aarau

Ein 26-jähriger Schweizer beging innerhalb von zwei Monaten elf Einbruch- und vier Ladendiebstähle in der Region Aarau, um seine Drogensucht zu finanzieren. Er wurde vom Aarauer Bezirksgericht zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

Thomas Müller, Präsident des Aarauer Bezirksgerichtes, sprach am Ende der Verhandlung dem Angeklagten noch einmal ins Gewissen. «Sie werden bald 30 und Sie haben nun noch einmal eine Chance, von den Drogen und von den Verbrechen wegzukommen. Nutzen Sie diese», sagte Müller.

Es schien so, als hätte der 26-jährige Schweizer begriffen. Er hatte schliesslich ein vollumfängliches Geständnis abgegeben, was das Gericht bei der Strafzumessung als strafmindernd anerkannte. So war es denn auch logisch, dass der Beschuldigte das Urteil des Bezirksgerichtes akzeptierte.

Harte Drogen im Militär

Der ausgebildete Koch hat ein langes Strafregister. Seine erste Straftat beging er bereits 2004, es blieb nicht bei der einen. Er wurde in den Kantonen Luzern, Zürich und Solothurn straffällig. Auch diese Taten führte der Angeklagte auf seine Drogensucht zurück. «Am Anfang rauchte ich nur Joints. Aber in der RS begann ich Kokain zu konsumieren», sagte der Koch aus.

Vor dem Bezirksgericht Aarau stand der geständige Dieb, da er von September bis November 2010 zusammen mit seiner damaligen Freundin elf Einbruchs- und vier Ladendiebstähle in der Region beging. Dabei erbeutete er insgesamt einen Deliktsbetrag von rund 30'000 Franken, den er mit seiner Ex teilte.

Doch damit nicht genug: als er im März 2011 im Hafturlaub war - er sass wegen anderen Delikten bereits im Gefängnis-, konnte er es erneut nicht unterlassen, Drogen zu konsumieren und zwei weitere Einbruchdiebstähle zu verüben. «Ich war damals erst drei Monate im Gefängnis und war noch nicht clean. Jetzt bin ich seit 13 Monaten im Strafvollzug und bin nicht mehr drogenabhängig», gab sich der Beschuldigte geläutert. Er stelle keine Gefahr mehr dar, wieder rückfällig zu werden, sagte er weiter aus.

Parteien stimmten überein

Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung waren sich einig, dass die begangenen Einbrüche und Diebstähle klassische Fälle von Beschaffungskriminalität darstellen. Der Beschuldigte und seine Ex-Freundin seien in verschiedene Restaurants, Hotels, in den Manor und in eine Videothek eingedrungen, um sich mit der Beute Drogen zu beschaffen. Die Ex-Freundin stand dabei meistens Schmiere, der Angeklagte nahm alles mit, was er irgendwie verkaufen oder gegen Drogen eintauschen konnte.

So sprach das Bezirksgericht den Koch schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten unbedingt. Die ausgesprochene Busse von 300 Franken sei eher symbolisch. Es sei wichtiger, dass der Beschuldigte die Zivilkläger gebührend entschädigen würde, sagte Gerichtspräsident Müller.

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