Aarau/Triengen
Dreiste Kita-Leiterin prellte Angestellte um ihren Lohn

Eine Aarauer Kindertagesstätte zeichnet sich selbst mit Qualitätslogo aus (Die az berichtete). Die Leiterin ist kein unbeschriebenes Blatt. Mehrere ehemalige Betreuerinnen warten noch immer auf ihre Bezahlung.

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Die Kita-Betreuerinnen wurden immer wieder aufs Neue vertröstet.

Die Kita-Betreuerinnen wurden immer wieder aufs Neue vertröstet.

Sandra Ardizzone

Die Kita-Leiterin einer Tagesstätte in Aarau hat eine lange Vorgeschichte: An mehreren Kitas in der Region ist sie nach finanziellen Unregelmässigkeiten bekannt. Nun melden sich jene fünf Betreuerinnen zu Wort, welchen der Lohn nicht ausbezahlt worden war, als sie in der Kita «Little Cupcakes» in Triengen angestellt waren. Diese wurde von der besagten Kitaleiterin geführt.

Die Betreuerinnen werden von der Gewerkschaft VPOD vertreten, welche die az auf die speziellen Umstände in der Aare Kita mit dem selbst kreierten Qualitätslabel aufmerksam gemacht hatte. Der Ex-Angestellten Karin Altherr wurden 2013 drei Monatslöhne nicht ausbezahlt. «Ein Fehler bei der Bank», lautete die Entschuldigung der Kita-Leiterin mehrmals. Dass wohl etwas bei der Transaktion schiefgelaufen sein müsse, bekamen auch die anderen zu hören. Alle wurden immer wieder auf später vertröstet, bis sie schliesslich kündigten. «Der fehlende Lohn brachte mich selbst in finanzielle Schwierigkeiten», erzählt Natascha Höltschi, alleinerziehende Mutter. Das Geld für eine Betreibung wollte sie deshalb nicht ausgeben. Auch eine weitere Betreuerin schrieb ihre vier ausstehenden Monatslöhne in den Kamin. Karin Altherr, Nicole Huwiler sowie eine weitere Ex-Angestellte betrieben die Leiterin jedoch. Sie forderten Löhne in der Höhe von rund 11 000, 13 000 und 20 000 Franken. Nur teilweise haben sie diese inzwischen erhalten.

Ihren Lohn schliesslich dank ihrer Rechtsschutzversicherung und Betreibungen vollständig erhalten hat Esther Zemp. Bloss stellte sich im Nachhinein heraus, dass die AHV- und IV-Beiträge zwar von ihrem Lohn abgezogen, bei den Kassen jedoch nicht eingetroffen waren. «Das liess ich dann bleiben, sie ist so dreist, ich mochte nicht mehr», sagt Zemp. Sie war die Erste, die merkte, dass die Leiterin in Triengen seltsam wirtschaftete. Nicht nur sei von der Anschubfinanzierung des Bundes in der Höhe von fast 100 000 Franken wenig zu spüren gewesen, es seien auch viele Pakete mit der Bestelladresse der Kita angekommen, deren Inhalt nichts mit der Kita zu tun gehabt hatten. «Die Kita-Leiterin erschien mir sehr herzlich», erinnert sich Nicole Huwyler, «aber sie hat ein zweites Gesicht.» (kus)