Aarau
Drei Interessenten für Strebel-Räume in der Rathausgasse

Das Möbelhaus Strebel macht in Aarau seinen Laden dicht. Es gibt drei potenzielle Nachmieter – ein Modegeschäft, ein Coworking-Space und ein Coiffeurgeschäft.

Nadja Rohner
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In Aarau wird das Möbelhaus Strebel per Ende 2017 geschlossen.

In Aarau wird das Möbelhaus Strebel per Ende 2017 geschlossen.

Urs Helbling

Was kommt, wenn Strebel geht? Diese Frage treibt nicht nur die Altstadtbewohner um, seit im August bekannt wurde, dass das Premium-Möbelhaus in der Rathausgasse schliesst. Immerhin handelt es sich beim Geschäftslokal um das grösste in der Altstadt, das allenfalls auch für einen Frequenzbringer wie etwa die Modehäuser Zara, Mango oder H&M interessant wäre – mit anderen Worten: Die Strebel-Schliessung bringt die Chance auf einen neuen Impuls, der die Entwicklung der gesamten Altstadt beeinflussen kann.

Das hat auch die FDP Aarau bemerkt. Einwohnerrätin Danièle Zatti Kuhn hat deshalb eine Anfrage beim Stadtrat eingereicht, um zu erfahren, was dieser angesichts der neuen Entwicklungen in Sachen Strebel zu tun gedenke.

In seiner Antwort hält der Stadtrat zunächst fest, dass er mindestens im Erdgeschoss eine publikumsorientierte, frequenzbringende Nutzung haben möchte. Auch in der neuen – noch nicht rechtskräftigen – Bau- und Nutzungsordnung ist festgehalten, dass in der Altstadtzone A («belebte Altstadt») im Erdgeschoss keine Wohnnutzung zulässig ist.

Die Grundmann Immobilien AG als Liegenschaftseigentümerin hat gegenüber der AZ schon im August gesagt, dass im zweiten bis vierten Obergeschoss Wohnungen eingebaut würden und zumindest im Parterre, allenfalls auch im ersten Obergeschoss Ladenflächen geplant seien. Der Stadtrat hat gegenüber der Eigentümerin den Wunsch geäussert, dass auch das erste OG sicher weiterhin gewerblich genutzt wird.

Migros und Coop sind informiert

Der Stadtrat sieht eine seiner Steuerungsmöglichkeiten in einer «gezielten Vermittlung durch die Wirtschaftsfachstelle». Diese habe mittlerweile «bereits drei potenzielle Mieterinnen und Mieter an die Grundeigentümerin vermittelt», heisst es in der Stellungnahme der Stadtregierung. Es handle sich dabei um ein Modegeschäft, ein Coworking-Space und ein Coiffeurgeschäft. «Bei allen drei Geschäften kann davon ausgegangen werden, dass die Frequenz der Kundinnen und Kunden in der Rathausgasse gesteigert werden kann», hält der Stadtrat fest.

Der Leiter der Wirtschaftsfachstelle habe ausserdem die beiden Grossverteiler Coop und Migros über die freiwerdenden Flächen informiert. Beide würden über «qualitativ hochwertige Detailhandelsformate» verfügen, die man als Strebel-Nachfolge sähe: Bei Coop wären das laut Stadtrat Christ Uhren&Schmuck, Microspot, Coop Travel, Import Parfumerie oder die Coop Vitality-Apotheke; bei Migros die Alnatura-Läden, Depot Wohnaccessoires oder m-way (E-Bikes).

Der Stadtrat hält aber auch unmissverständlich fest, dass er nur sehr bedingt Einfluss nehmen kann auf die Zukunft der Liegenschaft – nämlich mit der Bau- und Nutzungsordnung, die jedoch primär die Nutzung des Erdgeschosses regelt. Wie die oberen Geschosse genutzt werden, kann die Eigentümerin selber entscheiden.