Aarau
Dreckiges Geschirr im Einwohnerrat

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Das Geschirr gibt schon ein Jahr vor dem Eidgenössischen Turnfest in Aarau zu reden. (Symbolbild)

Das Geschirr gibt schon ein Jahr vor dem Eidgenössischen Turnfest in Aarau zu reden. (Symbolbild)

KEYSTONE/ANDREE-NOELLE POT

Mit 26 zu 17 Stimmen (auf Antrag der Grünen) hatte der Einwohnerrat Aarau vor einem knappen Jahr beschlossen, das Eidgenössische Turnfest 2019 (ETF) nur dann mit einem Barbetrag von 250'000 Franken zu unterstützen, wenn am Anlass konsequent Mehrweggeschirr verwendet werde. Jetzt muss sich das Parlament nochmals mit schmutzigen Tellern befassen. Denn laut den Turnfest-Organisatoren lässt sich ein vollständiges Mehrweg-Konzept nicht umsetzen. Und der Stadtrat war nicht willens, in eigener Kompetenz eine leichte Modifikation des Auftrages anzubringen.

Gemäss dem neuen Antrag an den Einwohnerrat sollen Essen und warme Getränke in Einweggeschirr serviert werden dürfen. Und zwar ausschliesslich im Publikumsbereich, in den Festzelten und auf der Foodmeile. In diesem Bereich wollen die Organisatoren 150'000 Menüs verkaufen. «Wo nicht anders möglich, wird Einweggeschirr aus Recycling-Karton sowie Besteck aus kompostierbarem Material (z.B. Zuckerrohr) eingesetzt», heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat.

Klar ist, dass für den Offenausschank (Bier) über das ganze Fest ausschliesslich Mehrwegbecher mit Depot anstelle von Einwegbechern eingesetzt werden. Kaltgetränke in PET-Flaschen und Dosen werden mit einem Pfand (Jetonsystem) verkauft. In den Bereichen der Helferverpflegung (20'000 Menüs) sowie der Athleten-Verpflegung (48'000 Menüs) wird das Essen mittels Mehrweggeschirr ausgegeben. «Durch den geschlossenen Verpflegungsbereich kann auf Depot verzichtet werden», heisst es.

Das wäre im Publikumsbereich nicht möglich, was etwa dazu führen würde, dass für das Depot mehrere hunderttausend Franken in bar zu Verfügung stehen müssten. Das stelle ein Risiko dar, schreibt der Stadtrat. (uhg)

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