Aargauer Spezialitäten
Doris Leuthard tischt Chinas Präsident seltene Küttiger Rüebli auf

Sogar dem chinesischen Präsidenten schmeckt das berühmte Küttiger Rüebli. Damit es weiterhin wächst und gedeiht, brauchen die Landfrauen Hilfe.

Nadja Rohner
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Bundespräsidentin Doris Leuthard beim Anstossen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Im Glas: Graine de Champion (2015) Petite Arvine aus dem Wallis.

Bundespräsidentin Doris Leuthard beim Anstossen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Im Glas: Graine de Champion (2015) Petite Arvine aus dem Wallis.

EPA

Ob Bundespräsidentin Doris Leuthard das eingefädelt hat? Dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, der seit dem Wochenende in der Schweiz zu Gast ist, wurden am Sonntag Spezialitäten aus Leuthards Heimatkanton serviert: Wollschweinbraten mit Aargauer Whisky-Sauce – und weisse Rüebli aus Küttigen.

Das erzählt auch Beatrice Wernli ganz begeistert. Die Rombächlerin ist seit gut 38 Jahren Präsidentin des 1929 gegründeten Landfrauenvereins Küttigen. Dieser Verein produziert jedes Jahr Samen für die Küttiger Rüebli. Ausser ihnen macht das nur noch die Organisation «Pro Specie Rara». Die Landfrauen sind also massgeblich daran beteiligt, dass die Spezialität nicht ausstirbt.

Landfrauen suchen Mitglieder

Doch nun drohen die Landfrauen selber auszusterben. «Wir haben höchstens noch 15 aktive Mitglieder», sagt Beatrice Wernli. «Es werden leider immer weniger, selbst wenn einige Landfrauen bis ins hohe Alter mitmachen.» Das soll sich nun ändern – die Landfrauen haben für Dienstag einen Infoabend organisiert, an dem sie über ihre Tätigkeiten berichten.

Hauptsächlich kümmern sich die Küttiger Landfrauen um ihren eigenen Rüebliplätz. Er umfasst etwa acht Aren, wegen der Fruchtfolgeflächen werden darauf aber nicht ausschliesslich Rüebli angebaut, sondern auch Bohnen, Zwiebeln oder Kürbisse. «Für den Rüeblimärt, damit der Stand nicht so langweilig wird», sagt Wernli und lacht. Weil die Landfrauen keine Lagermöglichkeiten haben, nehmen sie nicht am Wochenmarkt in Aarau teil, sind aber selbstverständlich jedes Jahr am Rüeblimärt vertreten.

Etwa vier, fünf Einsätze macht jedes Landfrauen-Mitglied pro Jahr im Rüebliplätz. «Im letzten Jahr hat uns eine Schulklasse bei den Arbeiten geholfen», sagt Wernli. «Das hat den Kindern und den Lehrerinnen zwar sehr gefallen, aber dem Verein nützt externe Hilfe auf lange Sicht nichts. Wir müssen stattdessen neue Mitglieder finden.» Wenn die Landfrauen nicht im Rüebliplätz stehen, sitzen sie zum Basteln, Stricken oder Nähen zusammen. Ausserdem betreiben sie das Bachhüsli beim Schwimmbad, wo sie freitags und samstags frisches Brot backen. Auch das «Schnäderen und Kafi trinken», wie Wernli sagt, komme nicht zu kurz. «Wir haben es so gut zusammen. Es ist schade, dass wir nicht mehr Mitglieder haben.» Neu hinzukommen dürfen nicht etwa nur Bäuerinnen: «Selbstverständlich nicht», sagt Wernli. «Es dürfen alle kommen, die Freude haben am Gärtnern und am Zusammensein.» Auch Auswärtige seien willkommen.

Info-Abend Dienstag, 17. 1., 19.30 Uhr, Alte Kanzlei (Staffeleggstrasse 1), Küttigen