Küttigen
Dorf erhält zwei neue Bachläufe

Der Waldbach und der Maasbach werden freigelegt.

Nadja Rohner
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Einen grossen Teil der Baukosten übernimmt der Bund – rund 41 Prozent. «Ein sehr hoher Anteil, nur wenige Gemeinden in der Schweiz erhalten so viel», sagt Gemeindeammann Dieter Hauser.

Einen grossen Teil der Baukosten übernimmt der Bund – rund 41 Prozent. «Ein sehr hoher Anteil, nur wenige Gemeinden in der Schweiz erhalten so viel», sagt Gemeindeammann Dieter Hauser.

Chris Iseli

In Küttigen sollen im Rahmen der laufenden Modernen Melioration der Waldbach (700 m) und der untere Abschnitt des Maasbachs (165 m) freigelegt werden. Die beiden Bäche verlaufen derzeit unter Kulturland im Gebiet Bösmatt, das sich westlich des Küttiger Siedlungsgebiets, Richtung des Schiessplatzes Gehren befindet.

Der Waldbach und der Maasbach werden als Gewässerparzellen neu ausgeschieden und gehen ins Eigentum des Kantons über. Bei der Bachöffnung wird gemäss Projektbeschrieb darauf geachtet, dass der Hochwasserschutz gewährleistet ist und dass ein vielfältiger Gewässerraum entsteht. Beide Bäche sollen fischgängig werden. Durch die Öffnung der beiden Gewässer könne einerseits das Regenwasser besser von den angrenzenden Landwirtschaftsflächen ablaufen, so der Bericht. Andererseits unterstütze die Massnahme auch «die Förderung der einheimischen Pflanzen- und Tierwelt». Für den landwirtschaftlichen Verkehr werden insgesamt drei breite Bachüberfahrten erstellt. Die Ufer werden beidseitig mit einheimischen Pflanzen begrünt. Der Bauablauf soll möglichst kulturlandschonend gestaltet werden, heisst es im Bericht. Darin sind auch die geschätzten Baukosten aufgeführt: 1,103 Mio. Franken.

Einen grossen Teil daran zahlt der Bund – rund 41 Prozent. «Ein sehr hoher Anteil, nur wenige Gemeinden in der Schweiz erhalten so viel», sagt Gemeindeammann Dieter Hauser. Das liege daran, dass Küttigen bei der Melioration und der Nutzungsplanung Kulturland besonders viele ökologische Massnahmen umsetze, etwa diverse Magerwiesen, Hecken oder die neuen Hochstammbaumschutzzonen. Die hohe finanzielle Beteiligung des Bundes bringt es aber auch mit sich, dass dieser zusammen mit dem Kanton eine grossflächige Bachöffnung durchgesetzt hat – die betroffenen Landwirte hätten lieber einen Teil der Bäche eingedolt gelassen.

Die Bachöffnung ist das sogenannte «Baulos 2» der Melioration, welche nun bald 13 Jahre seit der Projektgenehmigung in Bearbeitung steht. Das Baulos 1 – die Hofzufahrten – ist bald abgeschlossen. Die Neuzuteilungen der Parzellen sollte Ende Jahr definitiv festgelegt sein, der Neuantritt ist auf Mitte 2018 geplant. Punkto Pachtlandverteilung wird die Meliorationsgenossenschaft im Frühling Vorschläge machen, welche als Empfehlung gelten und für Landbesitzer und Pächter aber nicht verbindlich sind. Einsprachen habe es im gesamten Prozess bisher nur ganz wenige gegeben, sagt Dieter Hauser.