Bottenwil
Dodo Hug und Efisio Contini singen italienische Protestlieder

Sorriso amaro – bittersüsses Lächeln – heisst das Programm. Dodo Hug und Efisio Contini spielten es am Samstagabend im ausverkauften Bottenwiler Fabrikli. Im zentrum steht das mühselige Arbeiterleben.

Sibylle Haltiner
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Dodo Hug im Fabrikli. sih

Dodo Hug im Fabrikli. sih

Sibylle Haltiner

Klagelieder der Reispflückerinnen aus der Poebene, Protestlieder gegen die Ausbeutung der Patrons und Politiker. Aber auch Songs von italienischen Cantautori hörte das Publikum im Fabrikli und war davon begeistert. Auch wer kein Italienisch versteht, spürte die Klagen über die schwierigen Lebensumstände aus den Liedern heraus. Ebenso deutlich waren ungebrochener Lebenswille und Trotz zu erkennen.

«Bella Ciao» ist auch ein rebellisches Lied

Mit «Bella Ciao», begannen Dodo Hug und Efisio Contini ihren Liederabend. Auch diese bekannte Melodie war ursprünglich ein Partisanenlied, das später von Reispflückerinnen adaptiert wurde. Es folgten Klagelieder der italienischen Arbeiterinnen, entstanden vor etwa 100 Jahren, mit welchen sie auch ihre Patrons verspotteten. «Wir grüssen den Herrn Padrone für das Übel, das er uns angetan hat», heisst es in «Saluteremo».

Hug lernte mit Liedern Italienisch

Efisio Contini wies darauf hin, dass die deutschen Übersetzungen der Lieder auf Dodo Hugs Website nachgelesen werden können. Bei den moderneren Stücken fehlte auch Continis Seitenhieb auf die italienische Regierung der letzten zwanzig Jahre nicht.

Sie habe mit diesen Arbeitsliedern Italienisch gelernt, erklärte Dodo Hug nach dem Konzert. Ihr sardischer Bühnen- und Lebenspartner Efisio Contini war mit den Stücken der italienischen Cantautori vertraut. So entstand das Programm, das die beiden zuerst im Zürcher Restaurant Cooperativo vortrugen und nun seit drei Jahren spielen. Vom Fabrikli war Dodo Hug begeistert. «Es ist sehr schön hier und ich trete gerne in kleinen Orten auf dem Land auf.»

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