«Blumen Kunstwerk Stadt»
Aarauer Floristinnen und Kunsthandwerker springen für die abgesagte Ausstellung im Kunsthaus ein

Anstelle der Ausstellung «Blumen für die Kunst» wird ganz Aarau bis am 11. April zu einem Kunstmuseum.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Das Team von «Blattform»: Yvonne Baumann, Katja Elsesser und Heidi Majoleth (v.l.) beim Aufbauen in der Metzgergasse.

Das Team von «Blattform»: Yvonne Baumann, Katja Elsesser und Heidi Majoleth (v.l.) beim Aufbauen in der Metzgergasse.

Nadja Rohner

Dass «Blumen für die Kunst» im Aargauer Kunsthaus coronabedingt nicht stattfinden kann, war schon lange absehbar – doch das macht die Lücke im Aarauer Jahreskalender nicht kleiner. Deshalb haben sich die lokalen Floristik- und Kunsthandwerkunternehmen etwas überlegt: Unter dem Namen «BlumenKunstwerkStadt» findet ab sofort und bis zum 11. April eine Outdoor-Ausstellung statt, die Farbe in den Frühling bringt.

Die Kälte macht dem Tulpenwerk nichts aus

Gestern Morgen konnte man in der Metzgergasse zum Beispiel das Team von «Blattform» antreffen: «Wir sind Herzblutfloristen und erfreuen uns tagtäglich an den Kostbarkeiten, die die Natur uns schenkt», erklärt Katja Elsesser die Komposition aus natürlichen Materialien, die allesamt aus dem Aargau stammen: «Die Holzkuben wurden extra aus aargauischem Tannenholz angefertigt, und den verschiedenen Gehölzen – Hängeweide, Korkenzieherhasel, Schlangenweide und Judasbaum – haben wir jeweils eine zu ihren Charakteren passende Form gegeben.» Während die Stadt unter dem Kälteeinbruch schlottert, sei es den Tulpen (aus Veltheim) ganz Recht, dass nicht wie letzte Woche 25 Grad herrschen, fügt Chefin Heidi Majoleth an: «Als Frühlingsblumen sind sie sich Frost gewohnt.»

Wenige Meter weiter, am Ostende der Halden, installierte die Steinbildhauerei Aeschbach einen Brunnentrog:

Steinbildhauer Silvan Aeschbach mit seinem Brunnen in der Halden.

Steinbildhauer Silvan Aeschbach mit seinem Brunnen in der Halden.

zvg

Das Team von Linder Blumen steuerte den floral interpretierten Wasserfall bei, bevor es auch die Pelzgasse verschönerte. Inhaber Mathias und Antoinette Baumberger sind die Initianten von «BlumenKunstwerkStadt», das relativ spontan entstand: «Wir wollen damit etwas Optimismus streuen, Abwechslung in den grauen Alltag bringen und vom Coronakummer ablenken», so Mathias Baumberger.

Floristin Antoinette Baumberger (Linder Blumen) in der Pelzgasse.

Floristin Antoinette Baumberger (Linder Blumen) in der Pelzgasse.

zvg

Die Aktion soll zeigen, was die Stadt an Künstlerinnen und Künstlern alles zu bieten hat – und coronakonform auch wieder ein paar Menschen mehr in die Gassen locken. Die meisten Standorte der Kunst- und Blumenobjekte findet man im Umfeld der Altstadt und der Bahnhofstrasse. Die «Schmiede zu Aarau» etwa bei der Schlossmühle. Weitere Kunstwerke, darunter Fotografien und Gemälde, sind in diversen Schaufenstern zu finden. Nur für eins, dem Blumenarrangement beim Blutspendezentrum des Kantonsspitals, muss man etwas weiter spazieren, kann dafür mit einer Blutspende (auf Anmeldung) gleich noch eine gute Tat vollbringen.