Suhr
Doch nicht im Minus – verstorbener Suhrer verbessert Rechnung

Dank ausserordentlicher Erträge schliesst die Rechnung der Einwohnergemeinde doch nicht im Minus. Ein verstorbener Einwohner ohne Erben hinterliess der Gemeinde fast 200 000 Franken.

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Dank der Hinterlassenschaft eines Suhrers schliesst die Einwohnergemeinde doch nicht im Minus. (Symbolbild)

Dank der Hinterlassenschaft eines Suhrers schliesst die Einwohnergemeinde doch nicht im Minus. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

«Bei einem Umsatz von nahezu 43 Mio. Franken resultierte im operativen Ergebnis der Rechnung 2015 ein Verlust von 661 000 Franken.» Dies teilt die Gemeinde Suhr mit. Der Verlust konnte aber abgewendet werden: Einerseits dank der ausserordentlichen Erträge aus der Aufwertungsreserve für die historischen Abschreibungen.
Andererseits auch dank einem verstorbenen Einwohner: Weil er keine Erben hinterlassen hatte, ging sein Vermögen an die öffentliche Hand – zwei Drittel an den Kanton, ein Drittel an die Gemeinde. «Das hat immerhin etwa 200 000 Franken ausgemacht», sagt Dieter Märki, Leiter Finanzen. Auch dank diesem unverhofften Geldsegen – laut Märki kommt so etwas höchstens etwa alle zehn Jahre vor – ergab sich schliesslich doch noch ein Ertragsüberschuss von 1 285 000 Franken. Budgetiert gewesen waren 420 000 Franken. Bei einer Selbstfinanzierung von knapp 2 Mio. Franken konnten die Nettoinvestitionen von gut 8 Mio. nur zu rund 25 Prozent aus eigenen Mitteln bestritten werden.

Das Budgetziel bei den Steuern natürlicher Personen wurde wegen tariflicher Anpassungen und höherer Abzüge sowie weiterer Mutationsverluste um beinahe 1 Mio. Franken verfehlt. Hauptsächlich dank Nachträgen aus den Vorjahren bei den Aktiensteuern (plus 1,2 Mio. Franken) und den Quellensteuern (plus 305 000 Franken) wurde dieses Manko mehr als kompensiert. Der Ertrag aus Erbschafts- und Schenkungssteuern kam jedoch um 120 000 Franken unter Budget zu liegen. Auf der Aufwandseite fiel der Sach- und der übrige Betriebsaufwand um rund 400 000 Franken geringer aus.

Grosse Investitionen in Schule

Gegen 6,9 Mio. Franken wurden im Bildungsbereich mit der Erweiterung Schulanlage Feld, dem Neubau Primarschulhaus Vinci (inklusive Tiefgarage und Gemeindearchiv) und der Projektierung Umgebungsgestaltung Schulraum Dorf investiert. Ebenfalls rund 1,9 Mio. Franken betrafen die Abteilung Verkehr für Investitionen an Kantonsstrassen, Gemeindestrassenprojekte und Strassenbeleuchtung. Vom Sanierungsbeitrag an die Keba wurde die letzte Rate von 228 000 Franken zur Zahlung fällig.

Weitere Ausgaben von 224 000 Franken entstanden für den Ersatz des Verkehrsfahrzeuges der Feuerwehr und des ausgefallenen Radargerätes der Polizei. Die Einnahmen setzten sich aus der Darlehensrückzahlung der TBS AG von 1 Mio. Franken, Bundes- und Kantonsbeiträgen an die Altlastensanierung beim Schulhaus Feld, Anstösserbeiträgen sowie dem Beitrag der Gebäudeversicherung an das neue Fahrzeug von gesamthaft 166 000 Franken zusammen.

Nettovermögen geschrumpft

Erstmals seit langer Zeit musste für die Finanzierung der hohen Investitionen ein Fremddarlehen von 6 Mio. Franken aufgenommen werden. Durch den Finanzierungsfehlbetrag von rund 6,1 Mio. Franken in der Rechnung 2015 verminderte sich das Nettovermögen auf knapp 4,9 Mio. Franken und wird in diesem Jahr definitiv zur Nettoschuld werden. (az)