Aarau

Doch ein Neubau des Viehstalls, aber eine kostengünstigere Lösung

Eine abgespeckte, kostengünstigere Variante des Siegerprojekts «Gradatus» soll laut der Planungskommission an die Stelle des alten Viehstalls treten.

Eine abgespeckte, kostengünstigere Variante des Siegerprojekts «Gradatus» soll laut der Planungskommission an die Stelle des alten Viehstalls treten.

Die Planungskommission hat klare Vorstellungen. Die Aarauer Ortsbürger sollen im Sommer über die Zukunft des Binzenhofs entscheiden.

Gut Ding will Weile haben: Beim Ersatz des Milchviehstalls für das Pachtgut Binzenhof zeichnet sich ab, dass nach jahrelangem Evaluieren jetzt wieder ein Neubau im Vordergrund steht. Das Geschäft mit dem Baukredit wird der Stadtrat der Sommer-Gmeind der Aarauer Ortsbürgergemeinde im Juni 2016 zur Beschlussfassung vorlegen.

Das Vorhaben für die Sanierung des Viehstalls und die Diskussion um die künftige Betriebsausrichtung im Binzenhof sind nach einem Jahre dauernden Verfahren nun auf die Zielgerade eingebogen. Ein erster Vorschlag – mit dem aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Siegerprojekt «Gradatus» – erschien mit Kosten von 3,75 Millionen Franken allen Beteiligten als zu teuer. Es folgte eine öffentliche Mitwirkung, die ergab, dass der Binzenhof wie bisher auf Ackerbau und Milchproduktion basieren und einen tierfreundlichen Stall für maximal 35 Kühe erhalten soll, was dem heutigen Bestand entspricht.

Vorteile gegenüber einem Umbau

Im vergangenen Juni bewilligten die Ortsbürger einen Projektierungskredit von 100 000 Franken, der offenliess, ob das Ziel mit einem Um- und Anbau oder mit einem Neubau erreicht werden kann.

Eine Planungskommission unter Leitung von Stadtpräsidentin Jolanda Urech hat im Laufe des letzten Sommers eine Auslegeordnung und eine Evaluation der beiden Varianten vorgenommen. Sie kommt zum Schluss, dass ein Neubau – eine Überarbeitung des bestehenden Projektes «Gradatus» – unter dem Strich mehr Vorteile als ein Um- und Anbau aufweist. Dazu gehören auch die die Platzierung des Futter- und Lagerbereichs, der neue Hofladen und der Standort der drei Hochsilos. «Die detaillierte Auseinandersetzung hat gezeigt, dass das Neubauprojekt in allen Belangen besser abschneidet», sagt Projektleiterin Margrit Röthlisberger. Dies gelte sowohl für die Funktionalität – kurze Wege, optimale Stallorganisation – als auch für die Architektur. Denn der Neubau zeigt laut Röthlisberger «eine gute Einbettung in die Topografie» im Luegisland und «einheitliche architektonische Qualitäten».

Kosten noch 2,8 Mio. Franken

Bei den Kosten (Neubau: 2,8 Millionen gegen Um- und Anbau: rund 2 Millionen) gibt es zwar nach wie vor eine Differenz. «Für einen konkreten Vergleich muss man aber auch die künftigen Betriebs- und Unterhaltskosten einberechnen», erklärt Margrit Röthlisberger. Bei einem Betrachtungshorizont von 25 Jahren schneide der Neubau deshalb finanziell günstiger ab.

Der Stadtrat hat sich laut Jolanda Urech diesen Überlegungen und Empfehlungen der Planungskommission angeschlossen und den Auftrag erteilt, das Neubauprojekt bis und mit Baubewilligung auszuarbeiten. Diese sollte bis im Frühling 2016 vorliegen, sodass die Sommer-Gmeind der Aarauer Ortsbürger im nächsten Juni über den Baukredit befinden kann.

Geplanter Start im Herbst 2016

Die Realisierung des Bauvorhabens im Binzenhof ist im Falle einer Zustimmung bereits ab Herbst 2016 geplant. Der Stadtrat ist sich bewusst, dass «ein Neubau für die Pächterfamilie eine grosse Herausforderung ist», stehen doch während der Bauzeit die Betriebsgebäude nicht zur Verfügung. Trotzdem müssen in dieser Zeit die Tiere betreut und der Futter- und Ackerbau weitergeführt werden. Das Projektteam werde, so die Stadtpräsidentin, «die Bauernfamilie unterstützen» und Abklärungen zu Fragen wie die temporäre Unterbringung der Tiere, die Einstellmöglichkeiten für Maschinen und die Futterlagerung abklären.

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