Aarau
Diskussion: Stadtrat will Märkte am Graben umkrempeln

Ein grösserer und luftiger Wochenmarkt sowie neue Weihnachtsmarktbetreiber stehen zur Diskussion.

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Auch der Weihnachtsmarkt in Aarau soll anders gestaltet werden.

Auch der Weihnachtsmarkt in Aarau soll anders gestaltet werden.

Foto: Daniel Vizentini

Der grösste Wochenmarkt im Aargau wird unter die Lupe genommen: Der Stadtrat lässt «eine neue, offenere Marktaufstellung» erarbeiten und prüfen, ob das Marktareal erweitert werden könnte. Auch soll das veraltete Marktreglement überarbeitet werden.

Hintergrund ist ein Postulat von Brigitte Vogt namens der FDP-Einwohnerratsfraktion. Vogt nahm darin Bezug auf den Coronamodus, mit welchem die Marktstände nicht mehr so dicht aufgestellt wurden. «Wir bitten den Stadtrat, die Luftigkeit der Märkte auch nach Corona in geeigneter Form beizubehalten und die Standplatzgestaltung entsprechend zu planen», schrieb Vogt.

Der Stadtrat weist darauf hin, dass im Juni 2020 zwei Schreiben von angrenzenden Gewerbetreibenden (sieben Mitunterzeichnende) eingegangen seien, in denen ebenfalls darum gebeten wurde, «künftige Veranstaltungen am Graben mit der offenen Platzgestaltung beizubehalten».

«Wir fühlen uns von der Stadt verarscht»

Im FDP-Postulat wird auch der seit 2017 stattfindende Weihnachtsmarkt angesprochen. Der Stadtrat solle dessen Rahmenbedingungen überdenken», um eine Massgebliche Attraktivitätssteigerung zu erzielen». Eine Ausschreibung für ein neues Gesamtkonzept soll in Betracht gezogen werden – «oder ein Totalverzicht». Wie der Stadtrat in seiner Botschaft zum Postulat schreibt, ist er derselben Ansicht. «Der Weihnachtsmarkt am Graben führte in der Vergangenheit immer wieder zu Diskussionen, sei es bezüglich Standort (Wochenmarkt musste weichen), Warenangebot sowie dem ganzheitlichen Erscheinungsbild.» Der Stadtrat hat beschlossen, die Durchführung des Weihnachtsmarkts über «Aarau Standortförderung» öffentlich auszuschreiben.

Entsetzt darüber ist Vreni Langone, die zusammen mit ihrem Mann den Aarauer Weihnachtsmarkt neu lanciert hatte. Erst gestern sei sie per Brief vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Sie wolle niemandem an den Karren fahren, sagt sie, aber «wir fühlen uns verarscht».

Langones haben für den Markt 2020, den sie coronabedingt absagen mussten, viel investiert. «Es wäre ein super Weihnachtsmarkt mit 39 Häuschen geworden», sagt Vreni Langone. Zum ersten Mal hätten sie beide Seiten des Grabens belegen dürfen – ein Wunsch, den die Langones schon lange hegten –, dazu ein Teil des Kasinoparks und den ganzen Holzmarkt. «Wir haben eine neue Beleuchtung gekauft, ein Mehrweggeschirrkonzept aufgestellt, schöne Glühweingläser zum Sammeln angeschafft und ausserdem ein Häuschen zum Abwaschen samt Geschirrspüler. Alles in allem beliefen sich unsere Investitionen auf 30000 Franken – und dann konnten wir 2020 keinen Rappen einnehmen.»

Gemäss Langone will der Stadtrat die Ausschreibung schon in Kürze starten, den Zuschlag gäbe es für die Zeit ab dem Jahr 2022. «Wir werden uns auf jeden Fall bewerben. Aber ich wünschte mir, der Stadtrat würde mit dem Entscheid noch zuwarten, bis er unseren Markt im kommenden Dezember gesehen hat. Wenn wir ihn so umsetzen können, wie für 2020 geplant war, wird er wunderschön.» (nro)

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